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StartseitePISAplusSchutz vor sexuellem Kindesmissbrauch16.07.2011

Schutz vor sexuellem Kindesmissbrauch

Schwerpunktthema: Bessere Konzepte an Schulen und verstärkte Lehrerfortbildung

An jeder zweiten deutschen Schule, so die jüngste Studie des Deutschen Jugendinstitutes, habe es in den vergangenen Jahren mindestens einen Verdachtsfall auf sexuellen Missbrauch gegeben.

Moderation: Kate Maleike

Lehr- und Fachkräfte sollten verstärkt sensibilisiert werden. (Stock.XCHNG / kat callard)
Lehr- und Fachkräfte sollten verstärkt sensibilisiert werden. (Stock.XCHNG / kat callard)
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Externe Links:

Website der Bundesregierung zum Runden Tisch

An mehr als 40 Prozent der Schulen in Deutschland gibt es Kinder und Jugendliche, die über sexuellen Missbrauch berichten – zumeist im familiären Umfeld aber auch bei Gleichaltrigen. In Internaten lag die Quote bei 70 Prozent, in Kinderheimen sogar bei 80 Prozent. Das sind die Kernaussagen einer Studie, die das Deutsche Jugendinstitut in dieser Woche vorgestellt hat. Im Auftrag der Regierungsbeauftragten Christine Bergmann waren über 1100 repräsentativ ausgewählte Schulen bundesweit befragt worden, ebenso 97 Internatsleitungen, 700 Vertrauenslehrer und über 320 Heimleitungen. Sie sollte nach dem Bekanntwerden zahlreicher Missbrauchsfälle herausfinden, welche Rolle das Thema "Missbrauch" derzeit spielt. Als Konsequenz wird nun gefordert, besonders an Schulen aufmerksamer mit sexuellem Missbrauch und den Verdachtsmomenten umzugehen. Lehr- und Fachkräfte sollten verstärkt sensibilisiert und fortgebildet werden und Präventionsmaßnahmen intensiviert, damit eine hilfreiches Klima des Vertrauens und kompetenten Handelns entstehen kann.

PISAplus fragt nach: Wie kann ein solches Klima an erzeugt werden, wie sehen praktikable Schutzkonzepte in Bildungsinstitutionen aus und was muss sich in der Aus- und Fortbildung von pädagogischem Personal, vor allem bei Lehrerinnen und Lehrern tun, um Kinder besser zu schützen?

Gesprächsgäste sind:
* Dr. Marlene Kruck-Homann, Lehrerin und tätig im Forschungsprojekt Kinderschutzportal – Schulische Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern an der Uni Münster
* Dr. Thomas Rauschenbach, Leiter Deutsches Jugendinstitut, das die aktuelle wissenschaftlichen Studie zu Missbrauchsfällen in Institutionen erstellt hat

zusätzlich als u. a. als Beitrag vorgesehen:

Thomas Wagner
Signale von Schülern erkennen - Wie Schulen Missbrauch vorbeugen
Stichprobennachfrage bei SchülerInnen, LehrerInnen und Lehramtsstudierenden in
der Bodenseeregion

Claus Heinrich
Studie zu Missbrauch in Institutionen - Ergebnisse Studie zu sexuellem Missbrauch in Schule, Heim, Internat

Live-Sendung mit Hörerbeteiligung über Telefon: 00800 4464 4464 oder Mail an pisaplus@dradio.de

außerdem sind u.a. folgende Kurzmeldungen aus der Bildungswelt geplant:

Ludger Kazmierzczak
Meist am Pflichtfach Mathe gescheitert - In Polen ist jeder vierte Oberstufenschüler durchs Abitur gefallen

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