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Schwedens erster Satellit
Der Wikinger unter Beschuss

Heute vor 30 Jahren wurde Schweden zur Weltraumnation: Der erste Satellit des Landes, Viking, startete an Bord einer Ariane-Rakete von Französisch-Guyana aus ins All. Der Satellit läuft auf einer stark elliptischen Bahn über die Pole hinweg um die Erde. Seine Bahnhöhe liegt zwischen gut 800 und mehr als 13.000 Kilometern.

Von Dirk Lorenzen | 22.02.2016
    Der Viking-Satellit im All (Zeichnung)
    Der Viking-Satellit im All (Zeichnung) (IRF)
    Diese ungewöhnliche Bahn hat wissenschaftliche Gründe: Denn Viking hat untersucht, wie der Sonnenwind, ein Strom energiereicher Teilchen von der Sonne, die Umgebung der Erde beeinflusst. Schwedens erster Satellit steht damit in der langen Tradition der Polarlichtforschung Skandinaviens.
    Um seine Aufgabe zu erfüllen, musste der Satellit möglichst unterschiedliche Höhen durchfliegen. Die Instrumente an Bord haben unter anderem die magnetischen und elektrischen Felder vermessen, Art und Energie der Teilchen erfasst und Ultraviolett-Bilder der Polarlichtregionen aufgenommen.
    Der nicht einmal 300 Kilogramm schwere und nur knapp zwei Meter große Satellit hat seine Daten an das Kontrollzentrum Esrange in Nordschweden gefunkt.
    Der dauerhafte Beschuss mit energiereichen Teilchen hat dem Satelliten wie erwartet schwer zugesetzt. Doch er funktionierte fast doppelt so lange wie zunächst angenommen.
    Im Mai 1987 – fast 15 Monate nach dem Start – waren die Solarzellen so beschädigt, dass sich die Batterie des Satelliten nicht mehr aufladen ließ. Daraufhin brach der Kontakt zu Viking ab.
    Doch er kreist noch immer auf seiner Bahn. Erst in rund 100.000 Jahren wird der himmlische Wikinger verglühen.