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StartseiteZeitzeugen im Gespräch"Da will ich helfen und der liebe Gott soll den Rest machen!"25.11.2017

Schwester Lea"Da will ich helfen und der liebe Gott soll den Rest machen!"

Einst Bankkauffrau, später Nonne und Kämpferin für Frauenrechte: Der Lebensweg von Schwester Lea ist ungewöhnlich. "Ich war abenteuerlustig und ich war fromm", sagt die Trägerin unzähliger Preise über ihren Beweggrund, ins Kloster zu gehen. Später habe sie "mit Gott einen Deal gemacht", sich um Frauen in Not zu kümmern.

Schwester Lea im Gespräch mit Ursula Welter

Schwester Lea Ackermann im Studio des Deutschlandfunk. (Deutschlandradio/Johanna Herzing)
Schwester Lea im Zeitzeugen-Gespräch: Ihre Kindheit verbrachte sie im Saarland, ging später als Bankkauffrau nach Paris und trat dann den Missionsschwestern "Unserer Lieben Frau von Afrika " bei. (Deutschlandradio/Johanna Herzing)
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Im Tanzkleid aus Paris klopfte sie an die Klostertür. Der Name Lea Ackermann steht für einen ungewöhnlichen Lebensweg. 1937 in Völklingen an der Saar geboren, führte der Weg nach der Schule in eine Banklehre. Aber Lea Ackermann wollte im Leben etwas bewegen und nicht ein Leben mit Geld verbringen. So wurde aus der Bankkauffrau 1960 die Nonne. Lea Ackermann schloss sich den Missionsschwestern "Unserer Lieben Frau von Afrika" an, wurde Schwester Leoncia.

1985 entsandte der Orden sie nach Kenia. Dort sah sie das Leid der Frauen in Elendsprostitution und gründete SOLWODI – Solidarity with Women in Distress, einen Verein für Frauen in Not, der bis heute weltweit seine Unterstützung anbietet, finanziert nicht zuletzt durch Spenden. Seit 1988 ist SOLWODI auch in Deutschland vertreten und ist Anlaufstelle unter anderem für Migrantinnen in Notsituationen. Der Verein hilft Opfern von Zwangsheirat, Zwangsprostitution und Menschenhandel. Der Katholischen Kirche wirft Lea Ackermann vor, dass sich Frauen dort wie Eindringlinge fühlen, dass man ihnen nicht den Platz zugesteht, den ihnen Staat und Gesellschaft längst einräumen.

Dieses "Zeitzeugen"-Gespräch ist eine Wiederholung aus dem September 2017. Das ganze Gespräch können Sie hier nachlesen und -hören.

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