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StartseiteSport AktuellSchlaflos in Paris26.06.2019

SegelnSchlaflos in Paris

Bei Olympia 2024 in Paris wird es bei den Segelwettbewerben erstmals einen Offshore-Wettbewerb geben. Die Athleten freuen sich auf neue Chancen und Perspektiven. Dabei ist noch vieles im Unklaren.

Von Frauke Hain

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Rennjachten segeln auf der Kieler Förde vor leicht bewölktem Himmel (dpa /  Carsten Rehder)
Rennjachten auf der Kieler Förde (dpa / Carsten Rehder)
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Erst einmal liegt der Fokus natürlich auf den Olympischen Spielen in Tokio. Danach will die Europameisterin in der schnellen 49erFX-Klasse - Susann Beucke aus Kiel – in den Offshore-Bereich wechseln. Hochsee-Segeln bei Olympia ist für die 28-Jährige:  

"Ne Riesenchance - denke ich, ist es für viele Segler, weil gerade genau das das Sprungbrett darstellen könnte, dass es diese zwei Welten näher zusammen bringen kann." 

Bislang sind die Offshore-Segler und die Olympischen Segler zwei unterschiedliche Szenen.

Auch Nadine Stegenwalner, Sportdirektorin beim Deutschen Seglerverband, bewertet die Aufnahme einer Offshore-Regatta ins olympische Segel-Programm als positiv:

"Ich glaube schon, dass es für aktuelle olympische Segler ein guter Pfad sein kann - wenn sie in den Offshore-Bereich wechseln möchten - und da eine weitere Kampagne im Segeln anstreben - das glaube ich schon, dass das ein guter Weg sein kann."

Hoffnung auf eine sportliche Perspektive

Athletin Beucke sieht darin eine Chance auf mehr finanzielle Sicherheit:

"Ich hoffe, dass es durch diese Offshore-Olympiaklasse manche das Bewusstsein dafür kriegen, hey, da gibt es ja noch einen Weg. Da gibt es noch die Bigboat-Szene und da kann man eventuell Geld verdienen. Ich habe dann auch die Hoffnung, dass Deutschland als Seglernation besser werden kann, wenn die Segler eine Zukunft in ihrem Beruf sehen und es schaffen, sich mehr zu komitten, weil sie wissen - das ist mein Weg." 

Susann Beucke könnte ein Vorbild für andere werden: Denn sie hat an der Seite des wohl bekanntesten deutschen Offshore-Seglers Boris Herrmann erste Erfahrungen in dem neuen Umfeld sammeln können. Der Wechsel ist eine Umgewöhnung, denn Hochsee-Segeln ist im Vergleich zu den kleinen Wettkampfklassen etwas ganz anderes:

"Weil du die Segel mit den Händen bedienen kannst und auf den großen Booten musst du es über Winschen machen und mit mehreren Personen an diesen Schoten ziehen."

Noch viele offene Fragen

Die geplante olympische Regatta weit draußen auf dem Meer soll drei Tage und zwei Nächte dauern. Unter anderem müssen die Segler dafür lernen, mit Schlafdefizit umzugehen. Und es gibt eine weitere Herausforderung, erklärt DSV-Sportdirektorin Stegenwalner. Denn es steht noch nicht fest, wie das neue Offshore-Konzept genau aussieht:

"Wie die Kombination ist, die auf dem Wasser erfolgreich ist, das wissen wir nicht. Möglicherweise ist es eine Kombination aus aktuellem Olympischen Segeler und erfahrenem Offshore Segler, die erfolgreich ist." 

Bislang bekannt ist, dass ein gemixtes Team segeln soll - ein Mann und eine Frau. Der Bootstyp wird aber erst Ende 2023 festgelegt. Es gibt also noch viele offene Fragen.

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