
Der Kanzler sagte bei dem Treffen mit Selenskyj, die Mittel für die militärische Unterstützung müssten jetzt rasch ausgezahlt werden. Die Ukraine werde ihre Verteidigung dann auf lange Sicht finanzieren können. Zudem werde man in der Europäischen Union auch über das 20. Sanktionspaket gegen Russland entscheiden.
Selenskyj: Keine "EU-light" für die Ukraine
Der Kredit und die neuen Sanktionen waren von der bisherigen ungarischen Regierung unter ihrem Ministerpräsidenten Orbán blockiert worden. Der Kanzler versprach zudem, die Ukraine auf ihrem Weg zu einem EU-Beitritt weiter zu unterstützen. Selenskyj erklärte, sein Land strebe einen vollwertigen Beitritt zur NATO und zur Europäischen Union an. Man brauche weder eine "EU-light" noch eine "NATO-light".
Berlin: Enge Absprache mit Kiew bei Rückkehr ukrainischer Flüchtlinge
Merz sagte zudem, er unterstütze die Bemühungen der ukrainischen Regierung, dass weniger Männer im wehrfähigen Alter das Land verlassen. Dies sei unverzichtbar, um die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu sichern, betonte Merz. Selenskyj sagte, viele junge Menschen im wehrpflichtigen Alter seien unter Verstoß gegen ukrainische Gesetze ins Ausland gegangen. Es gebe eine verfassungsmäßige Pflicht, Verantwortung zu übernehmen. Viele Soldaten an der Front seien auf eine Ablösung angewiesen.
Erste Konsultationen seit vielen Jahren
Im Rahmen der ersten Regierungskonsultationen seit 20 Jahren schlossen Deutschland und die Ukraine eine strategische Partnerschaft. Vereinbart wurden unter anderem eine militärische Zusammenarbeit und Hilfen für den Wiederaufbau.
Anlass für den Besuch Selenskyjs sind die ersten deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen seit vielen Jahren. Bei dem Treffen wurden zwei Abkommen zur einer strategischen Partnerschaft im Verteidigungsbereich und zu Hilfen für den Wiederaufbau unterzeichnet. Selenskyj wird von mehreren Ministern begleitet.
Selenskyj war zuletzt im Dezember in Berlin. Damals standen Verhandlungen über Sicherheitsgarantien sowie einen möglichen Waffenstillstand im Mittelpunkt. Zudem wurde über die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Energiebereich gesprochen.
Diese Nachricht wurde am 14.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






