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StartseiteCorsoManchmal reichen zehn Minuten08.05.2019

Serien-Gipfel in KölnManchmal reichen zehn Minuten

Streamingdienste und geänderte Sehgewohnheiten haben der Fernsehserie zu neuem Glanz verholfen. Der Markt sei riesig, sagte Johannes Hensen vom Kölner Serien-Summit im Deutschlandfunk. Künftig könnten für verschiedene Zielgruppen verschiedene Formate und Längen interessant werden.

Johannes Hensen im Corsogespräch mit Fabian Elsäßer

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Hochwertige Serien entstünden inzwischen auch in Ländern, von denen man das bisher nicht erwartet hätte, sagte Johannes Hensen vom Kölner Serien-Summit im Dlf. "Spanien hatte immer so ein bisschen den Ruf, sehr viel historisches Fernsehen zu machen, etwas angestaubt." Doch neue spanische Serien, etwa im Krimi-Genre, kämen Produktionen aus den USA oder Großbritannien schon recht nahe. Auch Italien sei ein wachsender Markt. 

Kurze Folgen für die Generation Youtube

Hensen rechnet außerdem damit, dass sich das Format der Miniserie mit kürzeren einzelnen Folgen weiter verbreiten wird. Diese ließen sich schneller produzieren als klassische Serien wie "Game of Thrones" und daher auch mit weniger Aufwand beliebig länger fortsetzen. "Gerade für die Jungen werden sicherlich auch Inhalte, die Folgenlängen von zehn Minuten haben, eine Rolle spielen - zum Beispiel die YouTube-Generation", sagte Hensen. Es gebe bereits erste Produktionen, die solche Längenverhältnissen haben. Nach wie vor werde sehr viel Geld in die Branche investiert, einzelne Produktionen aber auch schon nach der ersten Staffel knallhart ausgebremst.

Mehr als man anschauen könnte

Manchmal treffe das auch erfolgreiche Serien, wie die in der Berliner Technoszene angesiedelte Geschichte "Beat". Das zeige, wie unberechenbar der Markt sei. Neu angekündigten Streamingsdienste wie die von Warner und Disney werden den Wettbewerb nach Hensens Ansicht noch verschärfen - und dem Zuschauer die Auswahl erschweren. "Es ist wahnsinnig viel unterschiedlicher eigenproduzierter Content auf dem Markt, der ja eigentlich von der Menge her kaum anzuschauen ist", sagte der Programmleiter im Corsogespräch. 

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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