Abhöraffäre
Sicherheitsexperte Brzoska: "Das ist ein Gau für die Bundeswehr"

Die Abhöraffäre durch den russischen Geheimdienst ist nach Ansicht des Sicherheitsexperten Brzoska ein Gau für die Bundeswehr. Brzoska sagte im Deutschlandfunk, es sei hochnotpeinlich, dass die Russen ein Gespräch hochrangiger Offiziere mitgehört hätten.

08.03.2024
    Überwachungskameras am Bundesverteidigungsministerium in Berlin
    Bei der Bundeswehr wird untersucht, wie vertrauliche Gespräche zwischen Luftwaffen-Offizieren abgehört werden konnten. (picture alliance / dpa / dpa)
    Man müsse in Zukunft viel mehr Wert darauf legen, dass solche Gespräche nur über gesicherte Leitungen geführt werden. Inhaltlich sei er von dem Mitschnitt nicht überrascht. Dieser enthalte nichts, was nicht schon bekannt gewesen sei. Vieles sei vorher bereits in Medien veröffentlicht worden.
    Seiner Ansicht nach werde in Deutschland übertrieben reagiert. Die Russen wollten offenbar Unruhe stiften. Der gestrige Tag sei schlecht gewesen für Deutschland, und genau das habe man in Russland erreichen wollen.
    In dem von Moskau abgehörten Gespräch widersprechen ranghohe Offiziere der Luftwaffe unter anderem einer Aussage von Bundeskanzler Scholz, wonach für einen Taurus-Einsatz deutsche Soldaten in der Ukraine vor Ort sein müssten. Erörtert wird auch ein Taurus-Beschuss der Kertsch-Brücke, die russisches Festland mit der annektierten Halbinsel Krim verbindet.

    "Sehe schwarz für die Ukraine"

    Hinsichtlich des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sagte Brzoska, er glaube nicht, dass die Ukraine den Krieg gewinnen könne. Eine westliche Unterstützung sei in vielen Ländern nur schwer zu vertreten. Dies sehe man auch an der Reaktion auf die Äußerungen des französischen Präsidenten Macron. Dieser habe propagandistisch mit seinem Vorschlag zu einem möglichen Einsatz von NATO-Bodentruppen in der Ukraine Streit gesucht.
    Brzoska ergänzte, wenn Donald Trump als US-Präsident wiedergewählt werde, sehe es besonders schwarz für die Ukraine aus.
    Diese Nachricht wurde am 03.03.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.