Sicherheit
Sorge über angekündigten Teilabzug der US-Truppen

Der angekündigte Teilabzug von US-Soldaten aus Deutschland hat Besorgnis ausgelöst. Vertreter von Kommunen und Ländern in Rheinland-Pfalz machen auf die möglichen Folgen aufmerksam.

    US-Soldaten am Luftwaffenstützpunkt in Ramstein steigen in ein Flugzeug.
    US-Soldaten am Luftwaffenstützpunkt in Ramstein steigen in ein Flugzeug. (IMAGO / piemags)
    Der Bürgermeister der rheinland-pfälzischen Stadt Ramstein, Hechler, sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein Truppenabzug würde die Region mit großer Härte treffen. Bei einem Abzug von insgesamt 5.000 Soldaten seien es mit Familiennachzug 10.000 bis 12.000 Menschen, die aus den deutschen Standorten wegzögen. Dies würde schmerzhafte wirtschaftliche Einschnitte bedeuten.
    Allerdings sehe er keine Anzeichen für einen Abzug im Raum Ramstein. "Die Baustelle rund um das künftige US-Krankenhaus in Weilerbach brummt." Es sei schade, dass nach Jahrzehnten geordneten Zusammenlebens derzeit Unruhe entstehe. "Das ist ein Durcheinander, das wir bisher so nicht kannten."

    Schnieder: Abwarten, wo Truppenabzug stattfindet

    Der wahrscheinliche künftige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Schieder (CDU), hatte gestern gesagt, es gehe nicht nur um das Miteinander bei sicherheitspolitischen Fragen, sondern auch um wirtschaftliche Folgen. Es müsse aber zunächst abgewartet werden, wo der wirkliche Truppenabzug stattfinde.
    Es gebe Anzeichen, dass es in Grafenwöhr in Bayern der Fall sein werde. Aber in die Logistik seien auch die US-Truppen in Rheinland-Pfalz eingebunden, sagte Schnieder. "Es wird Auswirkungen geben, die werden wir in den nächsten Tagen dann sehen, auch miteinander beurteilen können."
    In Ramstein-Miesenbach und am dortigen US-Luftwaffenstützpunkt leben fast 8.000 US-Amerikaner mit Familien. Die Wirtschaftskraft der amerikanischen Militärpräsenz wird für die Stadt auf jährlich mehr als zwei Milliarden US-Dollar beziffert. Inbegriffen sind etwa Löhne, Mieten und Aufträge für lokale Firmen.

    Trump will mehr als 5.000 Soldaten abziehen

    Am Freitag hatten die USA einen Abzug von 5.000 Soldatinnen und Soldaten angeordnet. Inzwischen sagte Präsident Trump vor Journalisten, man werde die Truppenstärke um weit mehr reduzieren.
    Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit angekündigt, er wolle 12.000 der seinerzeit rund 35.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Er beschrieb das Vorhaben damals als Strafaktion für die aus seiner Sicht mangelnden deutschen Militärausgaben. Doch sein Nachfolger Biden stoppte die Pläne. 

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    Diese Nachricht wurde am 03.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.