Dänemark
Sozialdemokraten bei Parlamentswahl laut Prognose stärkste Kraft

Bei der Parlamentswahl in Dänemark sind die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Frederiksen laut ersten Prognosen stärkste Kraft - steuern aber auf ein historisch schlechtes Ergebnis zu.

    Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Wahltag in Aalborg. Sie trifft Anhänger und hat einen Strauß Rosen in der Hand.
    Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Wahltag in Aalborg (picture alliance / Ritzau Scanpix / Henning Bagger)
    In Nachwahlbefragungen der großen Fernsehsender zeichnen sich unklare Mehrheitsverhältnisse ab. Damit könnte eine Regierungsbildung schwierig werden. In Dänemark kämpfen üblicherweise nicht einzelne Parteien um die absolute Mehrheit im Parlament, sondern der konservativ-liberale Block und der Mitte-Links-Block.
    In der abgelaufenen Legislaturperiode hatte Frederiksen zum ersten Mal seit Jahrzehnten eine blockübergreifende Regierung gebildet. Frederiksen hatte die Wahl im Februar vorzeitig angesetzt. Sie bewirbt sich um eine dritte Amtszeit. In Dänemark waren rund 4,3 Millionen Menschen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Insgesamt traten zwölf Parteien zur Wahl an.

    Wahlkampfthemen: Klima, Preise, Grönland

    Zu den wichtigsten Themen im Wahlkampf zählten die Klimapolitik, die Lebensmittel- und Benzinpreisen und eine von Frederiksen vorgeschlagenen Vermögenssteuer, aber auch die wiederholt geäußerten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, das zu Dänemark gehörende Grönland unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten zu bringen. Frederiksens unnachgiebige Haltung gegenüber Trump hat der Regierungschefin rund um den Jahreswechsel einen Beliebtheitsschub verpasst. Beobachtern zufolge hat Frederiksen auch deshalb die Parlamentswahl bereits für März ausgerufen.
    Die 48-jährige Sozialdemokratin steht seit 2019 an der Spitze der dänischen Regierung. In ihrer ersten Amtszeit stützte sich Frederiksen auf eine linke Mehrheit. Seit 2022 regiert sie in einer Koalition mit zwei liberalen Parteien. Frederiksen hat sich im Ukrainekrieg entschieden an die Seite Kiews gestellt. Innenpolitisch verfolgt sie eine restriktive Migrationspolitik. Sie gehört zu den europäischen Politikern, die sich für die Einrichtung so genannter Rückführungszentren für abgelehnte Asylbewerber außerhalb der EU einsetzen.

    Zwei Kandidaten fordern die Regierungschefin heraus

    Frederiksen hat zwei Herausforderer von Mitte-Rechts - einen innerhalb und einen außerhalb ihrer Regierung. Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen tritt für die rechtsliberale Venstre-Partei an. Die Liberale Allianz des 34-jährigen Alex Vanopslagh gehört wie die Venstre zum so genannten blauen Block der rechten Parteien. Sie plädiert für niedrigere Steuern und weniger Bürokratie und fordert, dass Dänemark seine Weigerung aufgibt, Atomkraft zu nutzen. Politisch noch weiter rechts hofft die einwanderungskritische Dänische Volkspartei, wieder besser abzuschneiden als 2022, als sie gerade noch so Parlament kam.
    175 Sitze im Folketing sind für Abgeordnete aus Dänemark selbst und je zwei für Vertreter aus dem dünn besiedelten Grönland und den Färöer Inseln, dem anderen halbautonomen Gebiet des Königreichs.
    Diese Nachricht wurde am 24.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.