Missbrauchsskandal
Soziologe Hartmann: Epstein-Netzwerk war keine globale Verschwörungselite

Das internationale Epstein-Netzwerk gefährdet nach Einschätzung des Soziologen Michael Hartmann das Vertrauen in die Demokratie und ihre Institutionen.

    Ein Foto bereitgestellt vom New York State Sex Offender Registry zeigt den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, 28. März 2017
    Wer in den Epstein-Files auftaucht, hat ein Problem: Insofern werden die veröffentlichten Akten für alle möglichen politischen und gesellschaftlichen Interessen missbraucht. (picture alliance / Associated Press / Uncredited)
    Es führe zu dem Eindruck, dass für Eliten andere Regeln gälten, sagte Hartmann im Deutschlandfunk. Zugleich betonte er, dass es sich bei Epsteins Netzwerk nicht um eine globale Verschwörung handele. Die Verbindungen seien alle entlang von Epsteins Berufsweg entstanden. Ungewöhnlich sei allerdings, dass hier die Sexualität und der Missbrauch von jungen Mädchen so sehr im Mittelpunkt gestanden hätten. Dass Epsteins Machenschaften nicht früher aufgedeckt worden seien, liege daran, dass neue Mitglieder in solchen Elitenetzwerken über Bürgschaften eingeführt würden, erklärte der Soziologe. Mitglieder stünden für die Zuverlässigkeit neuer Mitglieder ein und schotteten das Netzwerk damit nach außen ab. Beim ersten Missbrauchsurteil gegen Epstein habe man sehen können, dass im Hintergrund darauf gedrängt worden sei, das Verfahren möglichst schnell zu beenden.
    Diese Nachricht wurde am 07.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.