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StartseiteSport am Wochenende"Den Wettbewerb zu unseren Ungunsten verschoben"20.12.2020

Spielen mit 14 Spielern"Den Wettbewerb zu unseren Ungunsten verschoben"

Zweitligist Würzburger Kickers musste zum Spiel gegen Darmstadt trotz großflächiger Quarantäne antreten - mit nur 14 Spielern. Würzburgs Vorstand Daniel Sauer sprach im Deutschlandfunk von Wettbewerbsverzerrung. Man hätte die Situation auch mit ein bisschen mehr Augenmaß anders bewerten können.

Daniel Sauer im Gespräch mit Raphael Späth

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Blick auf die Auswechselbank der Würzburger Kickers.  (dpa / picture alliance / Michael Bermel)
Bei den Würzburger Kickers war ein Großteil der Mannschaft in Quarantäne geschickt worden. (dpa / picture alliance / Michael Bermel)
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Die Zweitliga-Partie der Würzburger Kickers am Mittwoch gegen den FC St. Pauli musste abgesagt werden, nachdem ein Mitglied des Funktionsteams der Würzburger positiv auf das Coronavirus getestet und die Profi-Mannschaft vom Gesundheitsamt Würzburg "umgehend bis auf Weiteres" in Quarantäne geschickt worden war.

Mit nur 14 Spielern reiste das abgeschlagene Tabellenschlusslicht der 2. Bundesliga am Samstag zum Duell bei Darmstadt 98. Das Kuriosum: Die drei Spieler Douglas, Keanu Staude (beide angeschlagen) und Ewerton (gesperrt) galten offiziell als verfügbar - und damit verfügte Würzburg über insgesamt 17 Mann. Ab 16 Profis ist die Mannschaft gezwungen anzutreten. Als Ersatztorhüter Eric Verstappen für die Würzburger Kickers gegen Spielende bei der 0:2-Niederlage in Darmstadt als Stürmer eingewechselt wurde, war das Corona-Chaos endgültig perfekt.

Daniel Sauer, Vorstandsvorsitzender der Würzburger Kickers (dpa / picture alliance / Kohring )Daniel Sauer, Vorstandsvorsitzender der Würzburger Kickers (dpa / picture alliance / Kohring )

"Das war für uns eine bittere Situation"

"Das war für uns alle eine verrückte Woche", sagte Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer im Deutschlandfunk. "Wenn man mit 14 gesunden Spielern in ein Spiel gehen muss, dann tut das natürlich weh, weil das den Wettbewerb zu unseren Ungunsten verschiebt." Mit logischen Menschenverstand, dass verletzte und gesperrte Spieler, die Mannschaft zum Spielen zwingen, sei das ein formaler Akt, den man auch mit ein bisschen mehr Augenmaß anders hätte bewerten können, kritsierte Sauer. Schließlich sei den Kickers aber keine andere Wahl geblieben. "Das war für uns eine bittere Situation, die wir so annehmen mussten. Wir müssen diese Entscheidung akzeptieren und das haben wir."

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Angesprochen auf einheitliche Quarantäne-Regeln der Gesundheitsämter, nahm Sauer die Behörden in Schutz. "Es ist schwierig für die Gesundheitsämter, da einheitliche Regeln zu geben, da jeder Fall individuell ist", sagte Daniel Sauer. So waren bei ähnlichen Fällen in der Bundesliga oft nur einzelne wenige Spieler in Quarantäne geschickt worden. Bei Würzburg war es gleich ein Großteil der Mannschaft, es kursierte die Zahl von 14 Spielern, die sich in Quarantäne begeben mussten.

Sauer lehnte es auch ab, den Profi-Sport im zweiten Lockdown ebenfalls kokplett auszusetzen. Die Abwechslung sei für die Menschen schon wichtig, die Emotionen des Sports hätten einigen im Frühjahr gefehlt. Außerdem zeige sich, dass das Hygienekonzept der Deutsche Fußball Liga funktioniert. "Wir haben 130 Spiele gemacht, haben drei Spielabsagen, das ist eine Quote von um die drei Prozent", sagte Sauer.

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