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StartseiteSport am WochenendeGeld anders verteilen17.08.2019

Spitzensport-FörderungGeld anders verteilen

Die Deutsche Sporthilfe bekommt deutlich mehr Geld. Simon Krivec, früherer Leistungssportler, ist als privater Spender seit diesem Jahr Mitglied im sogenannten Kuratorium der Sporthilfe, gehört also zu den Unterstützern der Förderung. Er ist dagegen, nur die absoluten Top-Athleten finanziell zu fördern.

Simon Krivec im Gespräch mit Matthias Friebe

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Die deutsche Olympiamannschaft wird am Frankfurter Römer von Bundespräsident Joachim Gauck empfangen. (imago sportfotodienst)
Die Deutschen Spitzensportler bekommen deutlich mehr Geld. Allerdings nur die, die international erfolgreich sind. Hier die Deutsche Olympia-Mannschaft nach ihrer Rückkehr 2016 aus Rio. (imago sportfotodienst)
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Sieben Millionen Euro für die Deutsche Sporthilfe vom Bund. Die werde damit auf jeden Fall breiter aufgestellt und bekomme ein größeres Standing, so Krivec im Deutschlandfunk: "Ob es auch besser wird, wird man erst in ein paar Jahren sehen, wenn die Spitzensportler, die jetzt mehr Unterstützung erhalten, dann weitere Medaillen hinzugewinnen. Denn es sollen ja die Sportler weiter gefördert werden, die schon jetzt eine Perspektive bei internationalen Meisterschaften besitzen."

Das Kuratorium der Sporthilfe bestehe aus 250 bis 300 Mitgliedern. Das seien, so Krivec, Persönlichkeiten aus Deutschland, die sagen: ich möchte den Sport aktiv unterstützen und meinen Teil dazu beitragen, dass Deutsche Sportler weiter gefördert werden. "Mein persönlicher Einfluss auf die Vergabekriterien ist relativ gering."

Die Frage: wen fördert man?

Zwar sind die Bundesmittel schon jetzt enorm, doch mehr Förderung gehe immer: "Die Frage ist: wen fördert man? Fördert man einzelne Spitzensportler im internationalen Sektor, die dort auch bestimmte Erfolge vorweisen können oder fördert man den Sport in Deutschland allgemein, also alle Sportarten und alle Athleten, die eine gewisse Leistung bringen?"

Der ehemalige Spieler des Volleyball-Bundesligisten Moerser SC hält die Fokussierung auf Spitzensportler, die internationale Platzierungen erreichen sollen, für falsch. Jeder Athlet, der in Deutschland Spitzenleistungen bringt, habe unabhängig vom internationalen Maßstab eine Förderung verdient. Krivec: "Man kann nicht in jeder Sportart die deutsche Spitzenleistung mit einer internationalen Spitzenleistung vergleichen. Die Grundvoraussetzungen sind unterschiedlich. Da spielt Doping eine Rolle, da spielen Förderprogramme eine Rolle. Jedes Land fokussiert sich ja auf eine bestimmte Sportart oder auf einige wenige. Am Ende kommt die Förderung doch nur einem kleinen Teil der Athleten zugute."

"Neue Sportarten bleiben außen vor."

Sein Vorschlag: jeder Sportler, der Deutscher Meister wird, könnte aus dem Topf eine Prämie erhalten, um auch im Folgejahr eine Förderung zu bekommen. Momentan werden die Gelder anders vergeben. Der ehemalige Leistungssportler warnt vor den Folgen: "Das würde bedeuten, dass die Sportarten, wo wir derzeit schon führend sind, weiterhin die Führung behaupten. Aber neue Sportarten bleiben außen vor. Und auch die Sportarten, wo wir noch keinen Erfolg vorweisen können, bleiben rückständig."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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