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StartseiteSport AktuellSorge vor finanzieller Schieflage09.09.2020

Spitzensportler in der CoronakriseSorge vor finanzieller Schieflage

Abgesagte oder verschobene Wettbewerbe: Leistungssportler mussten in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie einiges mitmachen. Die Athletensprecherin Nadine Hildebrand befürchtet, dass im kommenden Jahr die finanziellen Folgen heftig werden könnten – wegen fehlender Sponsorengelder.

Nadine Hildebrand im Gespräch mit Marina Schweizer

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Berlin, 02.09.2018: Beim Internationalen Stadionfest Berlin (ISTAF) im Olympiastadion nimmt Nadine Hildebrand am Lauf über 100m Hürden teil. (imago images / Chai v.d. Laage)
Nadine Hildebrand beim 100-m-Hürdenlauf beim ISTAF 2018 im Berliner Olympiastadion (imago images / Chai v.d. Laage)
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Nadine Hildebrand war am Mittwoch (09.09.20) als Sprecherin der Leichtathleten im Sportausschuss des Bundestages zu Gast, um über die Folgen der Corona-Pandemie für Leistungssportler zu sprechen.

Man dürfe nicht aus den Augen verlieren, "dass das Ganze Langzeitfolgen haben wird", so Hildebrand danach im Deutschlandfunk. Die ehemalige Leichtathletin befürchtet, dass in der Coronakrise "der Marktwert des Sports sinkt und aufgrund dessen nächstes Jahr schon von vornherein weniger Geld für den Sport zur Verfügung steht". Sie meint damit fehlende Sponsorengelder: "Da wurden dieses Jahr deutliche Kürzungen vorgenommen oder gar Kündigungen ausgesprochen." Diese finanzielle Lücke müsse irgendwie geschlossen werden. Hildebrand sorgt sich, dass im kommenden Jahr "die noch größere Schieflage entsteht".

Vor allem regionale Sponsoren ziehen sich zurück

Es gebe bei den finanziellen Folgen der Coronakrise allerdings auch große Unterschiede zwischen den Athletinnen und Athleten. Viele hätten das Problem, dass die regionalen Sponsoren abgesprungen sind, so Hildebrand: "Einfach aus dem Grund, dass sie vielleicht selbst in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind."

Jüngere Sportler würden sich häufig fragen, wie sie Studium und Sport unter einen Hut bekommen könnten, wenn sie nebenher noch zusätzlich arbeiten müssten. Bei Älteren stelle sich die Fragen nach einem Nebeneinander von Beruf, Sport und Familie: "Das stellt einen doch vor größere Herausforderungen, als man anfangs vielleicht gedacht hat."

Wichtig sei es, dass die Situation der Sportler in der Politik Thema bleibt, findet Hildebrand: "Wenn man sich nicht meldet, kann man keine Hilfe erwarten."

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