Sonntag, 02. Oktober 2022

Corona-Maßnahmen im Sport
Womöglich Geisterspiele in der Bundesliga

Die Länderchefs wollen nach einer ersten Beratung erst am Donnerstag über neue Corona-Maßnahmen entscheiden. Es deutet sich aber schon an, dass die Fußball-Bundesliga und andere Zuschauer-Sportarten mit deutlich weniger Fans auskommen müssen.

Von Marina Schweizer | 30.11.2021

1. FC Köln - Borussia Mönchengladbach
Volles Stadion beim 1. FC Köln am 27. November 2021 im RheinEnergieStadion in Köln (dpa / Revierfoto)
Eines scheint klar: Es wird keine Bilder mehr geben, wie die eines vollen Fußballstadions in Köln am vergangenen Wochenende. Das vertritt inzwischen auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst von der CDU, der das volle Kölner Stadion vor dem Spiel noch verteidigt hatte.
"Wir sind uns einigen in der Koalition, wir sind uns einig auch mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten, Kanzlerin und Vizekanzler, dass wir solche Bilder nicht noch einmal sehen wollen und nicht noch einmal sehen werden. Und wir werden entsprechende Umsetzung von Beschlüssen auch in NRW vollziehen."

Geisterspiele in der Bundesliga?

Ähnlich klang nach den Bund-Länder-Gesprächen auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidtke von der SPD:
"Noch nicht einig sind wir uns, welche Regelung jetzt am kommenden Wochenende gelten soll. Es gibt noch drei Bundesliga-Spieltage – das wird allerdings auch bis übermorgen entsprechend geklärt werden."
Am Donnerstag sollen bei erneuten Beratungen Entscheidungen gefällt werden. Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer war in seiner Prognose da schon etwas deutlicher:
"Man kann davon ausgehen, dass die Bundesliga ohne Zuschauer weiterspielen soll. Das ist auch eine richtige Entscheidung."
Bei extrem hohem Inzidenzen in Sachsen musste RB Leipzig am vergangenen Wochenende vor leeren Rängen spielen.

Einschränkungen wohl auch für andere Sportarten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte schon vor dem Treffen auf Geisterspiele gedrängt:
"Wir wollen folgendes vorschlagen: Bis Jahresende sollte man die Profiligen auf jeden Fall ohne Zuschauer auskommen lassen. Und dann schauen, wie sich die Inzidenzzahl entwickelt, um auch eine Stimmigkeit herzustellen. Wir versuchen das, nochmal deutschlandweit umzusetzen. Wir würden an der Stelle aber auch in Bayern einen Alleingang machen."
Auch, wenn die Ministerpräsidenten vom Profifußball sprachen: Einschränkungen dürften auch für andere Zuschauer-Sportarten kommen.