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Berlin
Staatsakt für verstorbenen CDU-Politiker Schäuble

In Berlin haben heute die offiziellen Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen früheren Bundestagspräsidenten und CDU-Politiker Schäuble stattgefunden. Der CDU-Vorsitzende Merz sagte in seiner Trauerrede, er habe politisch und menschlich viel von Schäuble gelernt. In den vergangenen 30 Jahren sei eine tiefe und vertrauensvolle Freundschaft zwischen ihnen entstanden. Der französische Präsident Macron dankte Schäuble auf Deutsch für dessen Verbundenheit mit Frankreich.

    Zu sehen ist der mit Blumen geschmückte Plenarsaal des Bundestages in einer Großaufnahme. Am Redepult steht Frankreichs Präsident Macron. Hinter ihm an der Rückwand des Parlaments hängt ein Schwarz-Weiß-Porträt des verstorbenen Wofgang Schäuble.
    Trauerstaatsakt für Wolfgang Schäuble im Bundestag. Am Redepult steht Frankreichs Präsident Macron. (Michael Kappeler / dpa)
    Dieser sei ein unverzichtbares Bindeglied zwischen beiden Ländern gewesen. Er habe sich um die Aussöhnung zwischen Franzosen und Deutschen verdient gemacht. Bundestagspräsidentin Bas würdigte den am 2. Weihnachtstag gestorbenen Politiker als großen Demokraten. Die frühere Bundeskanzlerin Merkel bezeichnete Schäuble als Anker der Stabilität in ihren Kabinetten.
    Vor dem Staatsakt im Bundestag hatten Vertreter aus Politik und Gesellschaft im Berliner Dom einen Trauergottesdienst gefeiert. Die kommissarische Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Fehrs, betonte, Schäuble sei ein "Antipopulist" gewesen, der sich mit all seiner Kraft, Leidenschaft und Hingabe in den Dienst des Gemeinwesens gestellt habe.

    Lammert würdigt Schäuble

    Der frühere Bundestagspräsident Lammert würdigte Schäuble zuvor als einen Politiker, der stets durch Argumente überzeugt habe und nicht durch Lautstärke oder Polemik. Der CDU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, Schäuble habe die Bundespolitik über Jahrzehnte hinweg geprägt. In Erinnerung bleibe ihm Schäuble auch als Politiker mit einer beispiellosen Disziplin, der das Interesse des Landes über sein eigenes gestellt habe, sagte Lammert (hier finden Sie das Interview mit Herrn Lammert in voller Länge zum Nachlesen).
    Schäuble gehörte zu den einflussreichsten Politikern der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland. Er hatte zahlreiche Ämter inne, war mehrfach Bundesminister, Partei- und Fraktionschef sowie Bundestagspräsident. Seit 1972 war er ununterbrochen Mitglied des Deutschen Bundestags, so lange wie niemand sonst. Nach dem Mauerfall in der DDR handelte Schäuble den Einigungsvertrag mit aus. Er starb am zweiten Weihnachtstag im Alter von 81 Jahren. Beigesetzt wurde er in seiner Heimatstadt Offenburg.

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    Diese Nachricht wurde am 22.01.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.