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StartseiteHistorische AufnahmenAbschied von Europa30.07.2020

Sternstunden: Bruno Walter dirigiert Gustav MahlerAbschied von Europa

1938 flieht Bruno Walter vor den Nazis aus Wien. Kurz zuvor dirigiert er Gustav Mahlers „Abschiedssinfonie“ im Wiener Musikverein. Die Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern erzählt von der Zerrissenheit dieser Zeit.

Am Mikrofon: Thilo Braun

Schwarz-Weiß-Fotografie von einem älteren Mann, der auf einem Sofa sitzt und auf eine eingerahmte Schallplatte schaut. (picture-alliance / dpa / New York Times)
Der Dirigent Bruno Walter mit einer silbernen Schallplatte mit seinen Lieblingsstücken (picture-alliance / dpa / New York Times)
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Er nimmt mit den Wiener Philharmonikern Gustav Mahlers 9.Sinfonie im Wiener Musikverein auf, die "Abschiedssinfonie". Zwei Monate später marschieren die Nationalsozialisten durch Wien. In ihrem Rassenwahn hatten sie Bruno Walter, den Jahrhundertdirigenten jüdischer Abstammung, schon aus Berlin verjagt. Er entkommt nur durch Zufall, flieht über Holland nach Paris, findet schließlich in den USA eine neue Heimat. Dass Bruno Walter mit Mahlers "Abschiedssinfonie" sozusagen selbst Abschied von Europa nimmt, verleiht dieser Aufnahme eine besondere Tragik. Wir hören eine von Abgründen, zittriger Sehnsucht und Groteske zerrüttete Musik.

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 9 "Abschiedssinfonie"
Wiener Philharmoniker
Leitung: Bruno Walter

Aufnahme vom 16. Januar 1938 aus dem Wiener Musikverein

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