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"StreamOn"-Tarif der TelekomDas Ende der Netzneutralität?

Mobilfunk-Kunden der Telekom können bald Serien und Filme unterwegs auf dem Smartphone schauen, ohne dass der Datenverbrauch auf ihr mobiles Datenvolumen angerechnet wird. Untergräbt das neue Angebot die Netzneutralität?

Von Sandro Schroeder | 10.04.2017

Die App des Streamingdienstes Netflix auf einem iPhone 6, aufgenommen am 15.02.2016 in Düsseldorf
Unterwegs via Netflix Filme und Serien auf dem Smartphone schauen, ohne dass der Datenverbrauch auf das mobile Datenvolumen angerechnet wird - das verspricht das neu Telekom-Angebot "StreamOn" (picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd)
Wenn Mobilfunkkunden Serien und Filme unterwegs auf dem Smartphone schauen wollen, müssen sie mit einem hohen Datenverbrauch rechnen, der sich auch auf der Handyrechnung niederschlägt. Das neue Angebot der Telekom scheint da erst mal sehr attraktiv. Mit "StreamOn" können Tekelom-Kunden Videoinhalte unterwegs auf dem Smartphone schauen, ohne dass der Datenverbrauch auf ihr mobiles Datenvolumen angerechnet wird.
Untergräbt die Telekom damit die Netzneutralität?
Allerdings können nicht einfach alle Videos im Netz angeschaut werden, sondern nur die ausgewählter Anbieter. 20 Medienpartner hat die Telekom bei ihrem Angebot "StreamOn" versammelt, darunter Netflix, Youtube, das ZDF und das junge Angebot FUNK.
Was wie eine großzügige Geste und Wohltat im Sinne der Mobilfunk-Kunden wirkt, ist langfristig genau das Gegenteil, meinen Kritiker. Die Telekom untergrabe mit ihren neuen Verträgen die Netzneutralität, weil Inhalte unterschiedlicher Angebote aus nicht nachvollziehbaren Gründen diskriminiert werden.
Das Thema wird nicht nur in Deutschland und der EU sondern auch international immer wieder kontrovers dirkutiert.
Die Angst vor dem "Zwei-Klassen-Internet"
Angebote wie das der Telekom bevorzugen einflussreiche Platzhirsche wie Netzflix, die mit ihrer Marktmacht viel besser verhandeln können als kleine Konkurrenten, kommentiert Sandro Schroeder.
Die Bundesnetzagentur prüft deshalb nun das Angebot der Telekom. Das "StreamOn"-Angebot könnte allerdings in eine Lücke fallen, die in der EU-Richtlinie zur Netzneutralität steckt.