Interview der Woche
Streeck (CDU): Teillegalisierung von Cannabis hat zu einer Reihe von Problemen geführt

Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Streeck, drängt auf Änderungen am Cannabis-Gesetz. Die Teillegalisierung habe zu einer ganzen Reihe von Problemen geführt, bei denen gegengesteuert werden müsse, sagte der CDU-Politiker im Interview der Woche des Deutschlandfunks.

    Hendrik Streeck (CDU) gibt ein Pressestatement in seiner Funktion als Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen im Bundesministerium für Gesundheit.
    Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (Michael Kappeler/dpa)
    So seien die legalen Besitzmengen für den Eigenbedarf viel zu hoch. Aus den 50 Gramm, die zu Hause aufbewahrt werden dürften, ließen sich mehr als hundert Joints drehen. Dies sei kein Eigenkonsum. Zudem sei den Dealern das Geschäft deutlich erleichtert worden, da unterwegs 25 Gramm Cannabis legal seien, erklärte Streeck. Sie müssten ihre Ware dadurch nicht einmal mehr vor der Polizei verstecken. Streeck begrüßte die Pläne, sogenanntes Medizinalcannabis künftig nur noch nach einem Beratungsgespräch mit dem Arzt auszugeben. Beim bisher möglichen Online-Versand habe es massive Zunahmen gegeben, die nicht medizinisch begründbar seien.
    In ihrem Koalitionsvertrag hatten Union und SPD offen gelassen, wie sie mit der Teillegalisierung von Cannabis verfahren. Mehrere führende Unionspolitiker wie Bundesinnenminister Dobrindt fordern, das Gesetz ganz abzuschaffen. Derzeit läuft dazu eine wissenschaftliche Evaluation, die bis spätestens 2028 abgeschlossen sein soll.
    Das "Interview der Woche" wird am Sonntag um 11:05 Uhr im Deutschlandfunk gesendet. Sie können es hier bereits nachlesen.
    Diese Nachricht wurde am 29.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.