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StartseiteInformationen am MorgenTarifeinigung beim Flughafen-Sicherheitspersonal24.01.2019

Streiks abgewendetTarifeinigung beim Flughafen-Sicherheitspersonal

Im Tarifstreit beim Sicherheitspersonal an deutschen Flughäfen gibt es einen Durchbruch. Die Gewerkschaft Verdi teilte nach mehrstündigen Verhandlungen mit, man habe sich mit den Arbeitgebern geeinigt. Weitere Warnstreiks sind damit wohl abgewendet.

Klemens Kindermann im Gespräch mit Christiane Kaess

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Auf dem Foto zu sehen sind Streikende mit Ver.di-Flaggen vor dem Flughafengebäude. (dpa / Bernd Settnik)
150 Mitarbeiter streikten am Morgen des 7. Januar 2019 am Berliner Flughafen Schönefeld (dpa / Bernd Settnik)
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Christiane Kaess: Heute Morgen gibt es einen Durchbruch bei den Tarifverhandlungen für das Sicherheitspersonal an Flughäfen. Warnstreiks hatten Mitte Januar große Teile des Luftverkehrs in Deutschland lahmgelegt. Klemens Kindermann aus der Wirtschaftsredaktion - worauf haben sich die Tarifparteien geeinigt?

Klemens Kindermann: Zunächst einmal auf deutliche Lohnsteigerungen für die Beschäftigten. In den nächsten drei Jahren sollen die Löhne jährlich um 3,5 bis 9,77 Prozent steigen. Besonders profitieren werden die Luftsicherheitsassistenten. Das sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wir als Flugreisende alle kennen: die, die Kontrollen bei den Passagieren und beim Handgepäck am Gate durchführen. Ein besonders stressiger Job. Sie sollen bereits zum 1. Februar die erste Lohnerhöhung erhalten. Ansonsten sind die Erhöhungen jeweils zum 1. März 2019 und dann in zwei weiteren Schritten 2020 und 2021 vorgesehen. Da sind dann auch die Beschäftigten eingeschlossen, die die Fracht und das Catering für die Flugzeuge kontrollieren und auch die, die Zugänge an den Airports sichern.

Kaess: Wie ist der Tarifabschluss zu bewerten?

Kindermann: Es ist ein sehr hoher Abschluss, verglichen mit anderen aktuellen Tarifergebnissen. Man könnte sagen: Hier hat eine kleine Berufsgruppe – verhandelt wurde nur für 23.000 Beschäftigte – ihre Interessen durchgesetzt. Und zwar gelang ihr das, weil sie – etwa so wie die Lokomotivführer bei der Bahn – besonders systemrelevant sind. Ohne Sicherheitskontrollen ist der Luftverkehr nicht möglich. Die Arbeitgeber haben es geschafft, eine lange Laufzeit durchzusetzen, das bringt Sicherheit bei der Sicherheit an den Airports. Die Gewerkschaft Verdi hat aber auch ein ganz, ganz wichtiges Ziel erreicht: Die Löhne sollen für die einzelnen Tätigkeitsgruppen angeglichen werden mit dem Ziel bundesweit einheitlicher Entgeltgruppen. Das ist wichtig, weil auf den Flughäfen im Moment noch sehr unterschiedliche Stundenlöhne gezahlt werden – das geht von 11,30 Euro bis hin zu mehr als 17 Euro.

Kaess: Sind Warnstreiks damit vom Tisch?

Kindermann: Das sieht so aus. Die Szenarien wie etwa am 15. Januar, an dem 200.000 Flugpassagiere wegen der Warnstreiks nicht fliegen konnten, die sind nicht mehr zu erwarten. Die Tarifparteien haben noch eine Erklärungsfrist bis zum 18. Februar vereinbart. Das dürfte aber Formsache sein. Im Aktienhandel könnten deshalb die Papiere der Lufthansa oder die des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport besonders von diesem Tarifabschluss heute Morgen profitieren.

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