Mittwoch, 18. Mai 2022

Stromproduktion
Boom beim Braunkohleabbau

Trotz der Förderung erneuerbarer Energien ist die klimaschädliche Stromproduktion aus Braunkohle 2013 in Deutschland auf den höchsten Wert seit 1990 geklettert. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hervor.

07.01.2014

2013 wurden mehr als 162 Milliarden Kilowattstunden Strom in Braunkohlekraftwerken erzeugt. 1990, als noch viele alte DDR-Meiler liefen, waren es knapp 171 Milliarden Kilowattstunden. Damit dürfte der CO2-Ausstoß in Deutschland erneut ansteigen, obwohl der Ökostromanteil inzwischen knapp 25 Prozent beträgt. Besonders im Rheinland und in der Lausitz wird derzeit der Strom aus Braunkohle produziert.
Fehlentwicklung bei der Energiewende
Die Opposition und mehrere Umweltschutzinitiativen zeigten sich schockiert über den Boom beim Braunkohleabbau. Die Grünen forderten von Union und SPD, dem Trend rasch entgegenzuwirken - er sei dramatisch für die deutsche Klimaschutzbilanz. "Der CO2-Ausstoß braucht einen entsprechenden Preis, damit sich klimaschonendere Gaskraftwerke durchsetzen können", sagte die Umweltpolitikerin Bärbel Höhn.
Greenpeace-Energieexperte Gerald Neubauer sagte an die Adresse von Energieminister Sigmar Gabriel (SPD): "Er muss den schockierenden Kohle-Boom stoppen. Das ist die gravierendste Fehlentwicklung bei der Energiewende, die die deutschen Klimaschutzziele stark gefährdet."
Strom wird exportiert
Der aus dem Braunkohleabbau gewonnene Strom wurde allerdings nicht nur in Deutschland verbraucht, sondern etwa ein Fünftel davon - rund 33 Milliarden Kilowattstunden - wurden exportiert.
Auch die Stromproduktion in Steinkohlekraftwerken stieg im Vergleich zu 1990 um acht Milliarden auf mehr als 124 Milliarden Kilowattstunden, während die Stromproduktion in Gaskraftwerken um zehn auf 66 Milliarden Kilowattstunden zurückging. Damit fangen vor allem Kohlekraftwerke den Wegfall von acht Atomkraftwerken auf. Die zwar CO2-ärmeren, aber im Betrieb teureren Gaskraftwerke rechnen sich laut den vorgelegten Zahlen derzeit dagegen kaum.