Freitag, 01. Juli 2022

Vollmond in Erdnähe
Der Super-Unsinn vom Supermond

Morgen früh gegen 1 Uhr erreicht der Mond seinen erdnächsten Bahnpunkt – und weil das nur knapp zwölf Stunden nach dem heutigen Vollmond geschieht, ist bei manchen schon wieder vom Supermond die Rede.

Von Dirk Lorenzen | 14.06.2022

Ein Vollmond-Aufgang (hier fotografiert von der Besatzung der ISS) ist immer super – aber es gibt keinen „Supermond“. (NASA)
Ein Vollmond-Aufgang (hier fotografiert von der Besatzung der ISS) ist immer super – aber es gibt keinen „Supermond“ (NASA)
Wenn der Mond seine volle Phase in dem Zehntel seiner elliptischen Umlaufbahn erreicht, das der Erde am nächsten ist, liegt angeblich ein Supermond vor.
Der Vollmond heute ist knapp 358.000 Kilometer von der Erde entfernt. Beim Vollmond im Juli sind es noch einmal 240 Kilometer weniger. Diese Angabe bezieht sich auf den Abstand der Mittelpunkte von Erde und Mond. Je nach Standort auf der Erdoberfläche ist die Entfernung bis zu 6000 Kilometer größer oder kleiner.
Der Begriff Supermond stammt nicht aus der Astronomie. Er wurde wohl vor rund 40 Jahren von einem Sterndeuter in den USA aufgebracht. Der schrieb einem besonders nahen Vollmond mal steigende Aktienkurse zu, mal Tsunamis oder den Einsatz von Massenvernichtungswaffen.
Inzwischen beteiligen sich sogar manche Astronomen an diesem Unfug. Selbst Fred Espenak, einst durch Berechnungen von Sonnenfinsternissen zu Ruhm gelangt, betreibt nun eine Website mit Supermond-Berechnungen – und beklagt gleichzeitig, viele Medien würden einen Hype um die Supermonde veranstalten.
Zu den Fakten: Der Vollmond erscheint heute Nacht in der Tat minimal größer als die bisherigen Vollmonde des Jahres. Das erkennen allerdings nur versierte Beobachter.
Egal was die Sterndeuter sagen: Der Anblick eines vollen Mondes am Himmel ist immer super!