Samstag, 28. Mai 2022

Syrien
Luftangriffe gehen weiter

Die US-Luftwaffe hat in der Nacht zum Samstag wieder Angriffe in Syrien geflogen. Ziel waren erneut Stellungen von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Angaben zu möglichen Opfern der Angriffe wurden nicht gemacht. Die USA hatten am Dienstag erstmals IS-Stellungen in Syrien angegriffen.

27.09.2014

F-18E Super Hornet kommen bei Luftangriffen gegen IS zum Einsatz
F-18E Super Hornet kommen bei Luftangriffen gegen IS zum Einsatz (dpa / Shawn Nickel)
Vertreter der syrischen Opposition berichteten, erstmals seien auch Stellungen der Dschihadisten in der zentralen Provinz Homs bombardiert worden. Erneut habe die Luftwaffe auch die Stadt Rakka, wo die Islamisten ihr Hauptquartier haben, und Ziele bei Aleppo angegriffen.
Dabei haben die Verbündeten offenbar auch gezielt von den Dschihadisten kontrollierte Ölanlagen ins Visier genommen. Experten zufolge erzielt der IS jeden Tag Einnahmen in Millionenhöhe aus dem Verkauf von Öl.
Bei ihrem Vorgehen gegen den IS im Irak erhalten die USA immer mehr Unterstützung aus westlichen Staaten. Das britische Parlament stimmte einer Beteiligung mit breiter Mehrheit zu. Auch Belgien und Dänemark wollen Kampfflugzeuge zur Verfügung stellen. Der Einsatz wird zudem von mehreren arabischen Staaten unterstützt.
Nach den Worten von US-Generalstabschef Martin E. Dempsey sollen in Syrien mehrere tausend Mitglieder der moderaten Opposition militärisch geschult werden. Um die IS-Extremisten aus ihren Hochburgen im Norden und Osten Syriens verdrängen zu können, sei der Einsatz von bis zu 15.000 Mann notwendig. Das Programm ist auf mehrere Jahre angelegt. In den ersten zwölf Monaten wollen die USA etwa 5.000 Kämpfer ausbilden.
Deutschland plant Syrien-Flüchtlingskonferenz
Deutschland will am 28. Oktober eine große Konferenz zum Umgang mit Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien ausrichten. Dies kündigte das Auswärtige Amt nach einem Treffen von Außenminister Frank-Walter Steinmeier und dem libanesischen Ministerpräsidenten Salam Tammam am Freitag in New York an. Dabei soll es insbesondere um die Lage in der Region gehen. Der Libanon hat mehr als eine Million Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen. Auch in der Türkei und in Jordanien haben mehrere hunderttausend Menschen aus Syrien Zuflucht gesucht.
In Deutschland läuft bereits ein Programm zur Aufnahme von 20.000 Syrien-Flüchtlingen. Nach offiziellen Angaben sind bislang aber erst etwa 8.000 eingereist. Trotzdem liegt die Bundesrepublik damit im EU-weiten Vergleich vorn.
Programmtipp:
In der Sendung Kontrovers geht es am Montag um das Thema "Wie positioniert sich Deutschland im Konflikt gegen IS?"
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