Sonntag, 14. August 2022

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Tabakanbau in Bulgarien
Niedergang einer Kulturpflanze

Seit Jahrhunderten wird in Bulgarien Tabak angebaut. Seinen Höhepunkt erlebte der Wirtschaftszweig Ende der 1960er-Jahre, als das sozialistische Land der weltgrößte Exporteur von Tabakerzeugnissen war. Ein Achtel der Bevölkerung war damals in der Tabakindustrie beschäftigt. Doch die großen Zeiten des "bulgarischen Goldes" sind vorbei.

Von Dirk Auer und Andreas Kunz | 08.10.2016

    Eine moslemische Bulgarin bindet am 17.7.2003 während der Tabakernte auf einem Feld nahe der Ortschaft Sofino in den Rodopi Bergen Tabakblätter zusammen.
    Vor allem die muslimische Bevölkerung, in deren Hand sich der Tabakanbau traditionell befindet, leidet unter dem Niedergang der Pflanze. (picture alliance / dpa / Vassil Donev)
    Ganze Dörfer verlieren nach und nach ihre traditionelle Lebensgrundlage – worunter vor allem die muslimische Bevölkerung leidet, in deren Hand sich der Tabakanbau traditionell befindet. Auch sonst produziert der Tabak heute eher negative Schlagzeilen. Sei es rund um den ehemaligen Staatsbetrieb "Bulgartabak", dem Schwarzhandel mit syrischen Bürgerkriegsparteien nachgesagt wird, oder bei den fast täglichen Nachrichten über Polizeiaktionen gegen den millionenschweren Schwarzmarkt für Zigaretten.