Iran
Teherans Staatsanwalt beharrt auf Hinrichtungen von Demonstranten

Im Iran hat sich die Justiz Spekulationen über einen Verzicht auf Exekutionen von Demonstranten entgegengestellt. Der Teheraner Staatsanwalt Salehi bezog sich insbesondere auf Äußerungen von US-Präsident Trump, wonach hunderte Hinrichtungen gestoppt worden seien.

    Es ist dunkel. Eine große Menschenmenge steht auf einer Straße. Sie wird von einem Feuer am linken Bildrand orangfarben beleuchtet.
    Demonstranten im Iran - Ort und datum unbekannt. (picture alliance / SIPA | MAHSA/MEI)
    Dies seien unbegründete Worte, erklärte Salehi nach Angaben statlicher Medien. Die Reaktion auf die jüngsten Demonstrationen werde vielmehr entschlossen, abschreckend und schnell sein. Irans oberster Führer Chamenei sagte in einer Rede wörtlich, man werde den Unruhestiftern den Rücken brechen.
    Die internationalen Hoffnungen auf einen Verzicht auf Exekutionen waren auch von der iranischen Führung selbst geweckt worden: Außenminister Araghtschi hatte am Donnerstag im US-Sender "Fox News" erklärt, es gebe keinerlei Pläne für Hinrichtungen mit dem Strang.

    Internetsperre leicht gelockert

    Unterdessen erlaubt das Regime in Teheran nach und nach wieder die digitale Kommunikation. Zwar blieb der Zugang zum weltweiten Internet den zehnten Tag in Folge gesperrt. Doch können die Menschen seit heute wieder per Mobilfunk SMS-Textnachrichten versenden. Aus dem Ausland versendete SMS kommen dagegen nicht an.
    Iranische Sicherheitsbehörden hatten die Internet-Blockade am Abend des 8. Januar verhängt. Anlass war der Beginn der Massenproteste, die sich zunächst an der schlechten wirtschaftlichen Lage entzündet hatten, dann aber zunehmend gegen die autoritäre Führung des Landes gerichtet waren. Nach Angaben der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation HRANA wurden mehr als 3.000 Demonstranten von den Einsatzkräften des Regimes getötet.
    Diese Nachricht wurde am 17.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.