Mittwoch, 17. August 2022

Tennis
Russin Kassatkina outet sich als homosexuell

Die russische Tennisspielerin Darja Kassatkina hat sich als lesbisch geoutet. Damit wird sie zu einer der wenigen offen homosexuell lebenden Sportlerinnen und Sportler in Russland. In einem YouTube-Video spricht Kassatkina außerdem den Krieg in der Ukraine an. Die Rückkehr in die Heimat lässt sie offen.

Von Raphael Späth | 19.07.2022

Die russische Tennisspielerin Darja Kassatkina hat sich als homosexuell geoutet.
Die russische Tennisspielerin Darja Kassatkina hat sich als homosexuell geoutet. (IMAGO/Starface)
Es sei vor allem für junge Menschen, die in der Öffentlichkeit mit Problemen konfrontiert werden wichtig, dass Sportler und andere bekannte Persönlichkeiten darüber sprechen, sagt die Tennisspielerin Darja Kassatkina im YouTube-Video des russischen Bloggers Witja Krawtschenko.
Die Debatte angestoßen habe vor ein paar Wochen die Fußballerin Nadeschda Karpowa, die sich als erste Sportlerin in Russland als lesbisch geoutet hatte. Das Thema in Russland offen anzusprechen, sei aber nicht möglich.

"Weg wurde gesperrt"

„Wir haben vor kurzem erst ein paar Fortschritte gemacht, um die Zeit der Fußball-WM 2018, da haben wir uns dem Westen angenähert. Aber dieser Weg wurde gesperrt.“
Erst Anfang Juli wurde in Russland ein Gesetzentwurf erarbeitet, der das Gesetz zu „homosexueller Propaganda“ aus dem Jahr 2013 erweitern soll. Demnach sollen zukünftig nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene davor geschützt werden, sogenannten „nicht-traditionellen“ Beziehungen öffentlich ausgesetzt zu sein.

Kassatkina spricht sich gegen Ukraine-Krieg aus

Kassatkina selbst erzählt im Video von ihrer gleichgeschlechtlichen Beziehung. Außerdem äußert sie sich zum Krieg in der Ukraine. Sie fühle sich machtlos angesichts der schrecklichen Bilder und würde alles tun, um etwas an der Situation zu ändern.
Die 25-Jährige gilt aktuell als beste Tennisspielerin Russlands, steht auf Platz 12 der Weltrangliste. Auf die Frage, ob sie angesichts ihrer Aussagen Angst habe, nach Russland zurückzukehren, antwortet sie nicht direkt, sondern fängt an zu weinen.

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