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Terroranschläge von ParisDurchsuchungen in Belgien

Polizeiabsperrung am 16. November im Brüsseler Stadtteil Molenbeek (dpa / picture-alliance / Thierry Monasse)
Polizeiabsperrung am 16. November im Brüsseler Stadtteil Molenbeek (dpa / picture-alliance / Thierry Monasse)

Die belgische Polizei hat im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Paris mehrere Razzien im Großraum Brüssel gestartet. Dabei gehen die Behörden gegen das Umfeld eines Attentäters vor, der am Stade de France eine Explosion ausgelöst hatte. Belgien plant derweil umfangreiche neue Maßnahmen gegen Terrorismus und will dafür 400 Millionen Euro zusätzlich bereitstellen.

Nach Informationen der belgischen Nachrichtenagentur Belga gab es seit dem frühen Donnerstagmorgen sieben Durchsuchungen, die sich vor allem gegen Freunde und Familienangehörige von Bilal Hadfi richteten, einem der Selbstmordattentäter von Paris. Hadfi, der zeitweise in Brüssel lebte, hatte sich am Freitag vor einer Woche in Paris in die Luft gesprengt. Durchsuchungen gab es nach Angaben aus Justizkreisen im Brüsseler Stadtteil Molenbeek und anderen Orten rund um die belgische Hauptstadt. Einen direkten Zusammenhang mit den Anschlägen mit 129 Todesopfern gibt es laut Staatsanwaltschaft aber nicht. Die Untersuchung habebereits Anfang 2015 begonnen. Damals war der junge Franzose, der in Belgien lebte, nach Syrien ausgereist. Dort soll er sich dem IS angeschlossen haben.

Belgien diente einigen der Pariser Attentäter offenbar als Stützpunkt. Auch soll ein Belgier, der Dschihadist Abdelhamid Abaaoud, Drahtzieher der Terrorwelle sein, die in Paris 129 Menschen das Leben kostete. Am Mittwoch hatte die französische Polizei eine Wohnung im Pariser Vorort Saint-Denis gestürmt. Eine Frau sprengte sich in die Luft, ein Mann wurde getötet. Abaaoud wurde in der Wohnung vermutet, einige Medien spekulieren über seinen Tod. 

Ministerpräsident Michel fordert Verfassungsänderung

Belgiens Ministerpräsident Charles Michel drang derweil in einer Rede vor Abgeordneten unter anderem auf eine Verfassungsänderung, so dass Terrorverdächtige länger ohne Anklage festgehalten werden können. Auch will er mehr Sicherheitskräfte einsetzen. Er sprach sich auch für eine internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror aus.

In Paris beriet die Nationalversammlung unter anderem darüber, den nach den Attentaten verhängten Ausnahmezustand über den 26. November hinaus um drei Monate zu verlängern. Außerdem soll es künftig mehr Sicherheitskräfte im Land geben. Verdächtige, von denen einen ernsthafte Gefahr ausgehen könnte, sollen leichter unter Hausarrest gestellt werden können.

(nch/stfr)

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