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StartseiteCampus & KarriereTolle Angebote08.09.2006

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Serie: Gründen im Team

Nach der Sommerpause geht auch für die beiden Firmengründer, die Campus und Karriere im Rahmen der Serie "Gründen im Team" begleitet, der Weg in die Selbstständigkeit weiter. Harald Schnitzler hatte vor seinem Urlaub ein Gespräch mit der Wirtschaftsförderung des Kreises Kleve, wo sein Unternehmen gegründet werden soll. Damals wollte er schleunigst Aufträge an Land ziehen. Jetzt, nach dem Sommer, bieten sich auf einmal noch ganz andere Chancen.

Von Andrea Groß

Gründen im Team: Teilnehmer Harald Schnitzler (Svenja Üing)
Gründen im Team: Teilnehmer Harald Schnitzler (Svenja Üing)

"Wir haben einen dreiwöchigen Urlaub in Holland gemacht, mit allen vier Kindern. Und Ende des Urlaubs, also in der letzten Woche kam ein Anruf von einem Headhunter, ich sollte mir doch mal überlegen, ob ich Lust hätte, in Bayern zu arbeiten."

Nachdem die erste Überraschung sich gelegt hatte, brachte Harald Schnitzler in Erfahrung, dass es sich um eine durchaus lohnende Angelegenheit handelt. Er bat um Bedenkzeit, brach seinen Urlaub in Holland ab und machte sich mit Ehefrau Andrea auf, um sich die Sache mal aus der Nähe anzusehen.

"Die Stelle in Bayern wäre eine ziemlich hochdotierte Stelle mit viel Verantwortung, die mich unwahrscheinlich reizen würde einfach von der Schwierigkeit der Aufgabe her."

Nicht nur aus diesem Grund hat Harald Schnitzler schließlich zugesagt. Seine Frau, die sich im vergangenen Jahr mit dem Handel von Gartenaccessoirs selbständig gemacht hat, stellte bei einem Blick in bayerische Vorgärten fest, dass sich auch für sie ein großer Markt auftut. Die Familie fasste vage ins Auge, am Ende der Probezeit komplett umzusiedeln. Und es kam noch besser: Ein zweites Angebot flatterte ins Haus, ebenfalls für einen gut dotierten Führungsposten.

"Ich bin eigentlich ein normaler, einfacher Sachbearbeiter. Ich hab früher mal bei der Aus- und Weiterbildung ein bisschen Arbeitnehmerführung gemacht, halt im fachlichen Bereich. Und werde jetzt ganz einfach gefragt, ob ich diese Stelle aufbauen kann, also eine ganze Abteilung aufbauen kann."

Ein steiler Karrieresprung anstelle der Unsicherheit einer Existenzgründung mit schwankendem Einkommen und der vagen Aussicht auf spätere Mitarbeiterführung, damit hätten die Schnitzlers noch vor wenigen Wochen nicht gerechnet. Andrea Detjen-Schnitzler hat allerdings immer schon geahnt, dass mehr in ihrem Mann steckt als ein bloßer Sachbearbeiter.

"Ich denke, dass er wirklich eine Leitungsposition innehaben kann aufgrund seiner Erfahrung, aufgrund seiner Herangehensweise an Projekte, aufgrund seiner Sichtweise. Er ist nie jemand, der nur den einzelnen Part sieht, sondern er sieht immer das Ganze und das sind für mich Managementqualitäten. Kann ich nicht anders sagen."

Ohne den Existenzgründerprozess hätte er allerdings die Angebote niemals erhalten, sagt Harald Schnitzler. Er hält es für durchaus wahrscheinlich, dass das Unternehmen und der Headhunter über seine Homepage auf ihn aufmerksam geworden sind. Gabriele Zimmermann, Leiterin der Initiative "Gründen im Team" sieht noch einen weiteren Faktor: Viele ihrer Gründer gewinnen im Laufe des Gründungsprozesses viel mehr Selbstsicherheit.

"Wir sehen immer wieder von der Phase der Interviewrunde bis zur Präsentation nachher am Gründermarkt passiert eine unheimliche Entwicklung. Da stehen die Teilnehmer mit dem Mikro und präsentieren ihre Idee. Das ist auch ein Prozess, der deutliche Spuren hinterlässt hin zum Unternehmertum, zur Eigenverantwortlichkeit aber dann auch zur Bereitschaft Mitarbeiter zu führen, Menschen zu führen. Denn das könnte ja auch ganz schnell im Unternehmen passieren."

Ob Harald Schnitzler sich tatsächlich demnächst auf einem gut dotierten Führungsposten verwirklichen kann, steht noch nicht endgültig fest. In beiden Fällen gibt es Mitbewerber, eine Entscheidung fällt in den nächsten Tagen. Sollte es nicht klappen, wird Harald Schnitzler enttäuscht sein, gar keine Frage. Aber dann wird er sich darauf besinnen, dass seine Existenzgründung ja schließlich auch schon auf einem sehr guten Weg war.

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