
Das US-Konsortium BlueCo hält die Mehrheit bei Chelsea und Straßburg. Damit nimmt die Debatte um das sogenannte Multi-Club-Ownership-Modell im Profifußball erneut an Fahrt auf. Ein Sprecher der wichtigsten Ultra-Gruppe von Racing Straßburg forderte laut der Nachrichtenagentur AFP eine Ende der gemeinsamen Eigentümerstruktur. Das Modell zerstöre den Fußball in Frankreich.
Ein Eigentümer - mehrere Vereine
Beim Multi-Club-Ownership kontrolliert der Eigentümer mehrere Klubs. Beispiele sind die City Football Group mit Manchester City an der Spitze und insgesamt 12 Vereinen weltweit oder Red Bull mit acht Vereinen, darunter RB Leipzig als größtem Klub. Kritiker warnen vor Interessenskonflikten und einer Gefährdung der sportlichen Integrität.
Insgesamt sind laut der Europäischen Fußball-Union UEFA aktuell mehr als 180 Vereine in Europa in Mehrfachbesitzstrukturen eingebunden. Einige Regeln sollen die negativen Auswirkungen begrenzen. So dürfen beispielsweise zwei Vereine, die vom selben Investor kontrolliert werden, nicht im selben europäischen Wettbewerb antreten.
Das gilt auch im Weltfußball. Die FIFA schloss 2025 den mexianischen Club León von der Klub-Weltmeisterschaft aus, da dieser denselben Eigentümer hat wie der ebenfalls qualifizierte CF Pachuca.
Transfer von Spielern und Trainern
Zwischen Straßburg und Chelsea wechselten seit 2023 bereits mehrere Spieler, nun auch der Trainer. Liam Rosenior hat beim FC Chelsea einen Vertrag über sechs Jahre unterschrieben. Er folgt damit auf Enzo Maresca, von dem sich Chelsea am Neujahrstag getrennt hatte.
Rosenior war seit Juli 2024 Trainer von Racing Straßburg und führte den Club in der vergangenen Saison auf Platz sieben in der französischen Meisterschaft und damit in die Conference League.
Wechselvolle Eigentümerschaft von Chelsea
Im Zuge einer Razzia gegen den russischen Oligarchen Abramowitsch, der FC Chelsea 2003 übernommen hatte, verhängte Großbritannien nach Moskaus Invasion in der Ukraine Sanktionen gegen Abramowitsch. 2022 wurde der Premier-League-Club an ein Konsortium unter der Führung des US-Investors Todd Boehly und der Private-Equity-Firma Clearlake Capital verkauft. Todd Boehly besitzt unter anderem die L.A. Dodgers, neben einigen anderen amerikanischen Sport-Franchises.
Diese Nachricht wurde am 06.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
