Kriminalitätsstatistik
Türkische Gemeinde wirft Dobrindt Stimmungsmache gegen Migranten vor

Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat Bundesinnenminister Dobrindt vorgeworfen, die Polizeiliche Kriminalstatistik zur Stimmungsmache gegen Migrantinnen und Migranten zu nutzen. Dobrindt hatte bei der Vorstellung der Statistik auf einen deutlich überproportionalen Anteil von Ausländerinnen und Ausländern an Straftaten hingewiesen.

    L-R: Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Bundesminister des Innern Alexander Dobrindt (CSU), Andy Grote, Vorsitzender der Innenministerkonferenz (IMK) und Senator für Inneres und Sport der Stadt Hamburg stehen nebeneinander.
    Nach der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 wird Innenminister Dobrindt von der Türkischen Gemeinde kritisiert. (picture alliance/dts-Agentur/dts Nachrichtenagentur GmbH)
    Konkret nannte er Menschen aus Syrien und Afghanistan und forderte mehr Abschiebungen. Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde, Caglar, erklärte, man wisse, dass Kriminalität primär soziale Ursachen habe. Es sei belegt, dass die Migrationsgeschichte keine Rolle mehr spiele, sobald Faktoren wie der Bildungsweg oder der sozioökonomische Hintergrund vergleichbar seien. Hamburgs Innensenator Grote warnte vor Fehlinterpretationen der Zahlen zu ausländischen Straftätern. Er verwies unter anderem auf den besonders hohen Anteil junger Männer bei der Zuwanderung.
    Insgesamt hat die Polizei laut den heute vorgestellten Zahlen 2025 in Deutschland 5,6 Prozent weniger Straftaten registriert als im Vorjahr.

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    Hier finden Sie die Zahlen ausführlicher dargestellt.
    Diese Nachricht wurde am 20.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.