Thüringen
Umstrittener AfD-Bundesparteitag 100 Jahre nach NSDAP-Treffen - Polizei bereitet sich auf massive Proteste vor

Zum Bundesparteitag der AfD in Erfurt werden heute Tausende zu Protestveranstaltungen erwartet. Ein Aktionsbündnis hat die Blockade von Zufahrtsstraßen angekündigt. Mehrere Tausend Polizisten sind im Einsatz.

    Man sieht durch Bäume hindurch Menschen, die sich an der Lichterkette gegen die AfD beteiligen.
    Menschen nehmen an einer Lichterkette am Gothaer Platz in Erfurt teil. Sie protestieren damit gegen die AfD, die vom 4. bis 5. Juli ihren Bundesparteitag in der Messe Erfurt abhält. (dpa / Katharina Kausche)
    Am Abend gab es bereits erste Veranstaltungen. In der Andreaskirche versammelten sich Hunderte Menschen zu einem Treffen des Bündnisses "Widersetzen". Dabei wurde zur Achtung der Menschenwürde aufgerufen. Sie gelte auch für Polizisten oder politische Gegner. In der St. Martini-Kirche fand ein Friedensgebet im Beisein von Bundestagsvizepräsident Ramelow, Die Linke, statt. Anschließend gab es eine Lichterkette am Gothaer Platz. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte zu einem Stadtrundgang eingeladen unter dem Titel: "Aus der Geschichte lernen: Erfurt im Nationalsozialismus".
    Die AfD hält ihren zweitägigen Bundesparteitag auf dem Messegelände ab. Erwartet werden mehrere Hundert Delegierte und Gäste. Der Erfurter AfD-Bundesparteitag findet genau 100 Jahre nach dem NSDAP-Reichsparteitag vom 3. und 4. Juli 1926 im nahgelegenen Weimar statt. Laut dem Dresdner Historiker Jörg Ganzenmüller sendet die AfD mit dem Termin ein Signal der Verbundenheit an die rechtsextreme Szene, der die Geschichte der NSDAP geläufig sei.
    Diese Nachricht wurde am 04.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.