
Auf einer Zufahrtsstraße zum Messegelände beteiligten sich mehr als 800 Menschen an einer Sitzblockade. Mehrere Straßenbahnlinien wurden unterbrochen. Auch ein Teilstück der Autobahn 71 wurde gesperrt, weil dort ebenfalls tausende Demonstranten eine Sitzblockade errichteten. Das Bündnis "Widersetzen" hatte bereits im Vorfeld Blockaden angekündigt und wertet die Aktion nach eigener Aussage bislang als Erfolg.
Zehntausende Beamte sind im Einsatz. Nach Angaben einer Polizeisprecherin sind ein Bürgerbüro der AfD und mehrere Polizisten mit Pyrotechnik und Farbbeuteln angegriffen worden. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers liegen bisher keine Hinweise vor, dass bei den Protestaktionen oder Blockaden Teilnehmende oder Polizisten ernsthaft verletzt wurden.
Viele AfD-Delegierte konnten schon vor den Blockaden den Tagungsort erreichen, einige waren bereits in der Nacht angereist. AfD-Parteichef Chrupalla erklärte in seiner Eröffnungsrede, trotz "Randalierer" könne es pünktlich losgehen.
Die Grünen-Politikerin Göring-Eckardt sagte im Deutschlandfunk, die AfD sei keine ganz normale Partei, sondern in Teilen rechtsextrem. Zudem sei Termin und Ort des Treffens auf den Tag genau 100 Jahre nach dem NSDAP-Reichsparteitag im benachbarten Weimar nicht zufällig gewählt, und man könne nicht so tun, als ob dies ein ganz normaler Vorgang wäre. Sie rief zu Protesten auf und betonte, Blockaden seien vom Recht auf Versammlungsfreiheit gedeckt, solange sie friedlich blieben.
Die AfD will auf ihrem zweitägigen Parteitag einen neuen Vorstand wählen. Die Bundesvorsitzenden Weidel und Chrupalla stellen sich zur Wiederwahl. Außerdem wurde unter anderem ein Antrag des Thüringer Landeschefs Höcke eingereicht, der eine Öffnung für Mitglieder rechtsextremer Gruppen zur Folge haben könnte, die bislang auf einer Unvereinbarkeitsliste stehen.
Diese Nachricht wurde am 04.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
