Hitzeschutz
Umweltminister Schneider: Geld aus Sondervermögen reicht aus

Bundesumweltminister Schneider hat die Länder und Kommunen aufgefordert, in den Hitzeschutz zu investieren. Der SPD-Politiker sagte, sie hätten dafür 100 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität zur Verfügung gestellt bekommen und könnten diese frei investieren.

    Carsten Schneider (SPD), Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, schaut in die Kamera.
    Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) (picture alliance / dpa / Elisa Schu)
    Das Geld sei ausreichend, auch um etwa die jüngste Forderung der Grünen umzusetzen, öffentliche Gebäude wie Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kitas mit solarstrombetriebenen Klimaanlagen auszustatten, so Schneider im Deutschlandfunk.
    In Deutschland sind Länder und Kommunen zuständig für Schutzmaßnahmen gegen die Folgen von Hitze. Sie werden vom Bund zwar unterstützt und er darf auch einzelne Modellprojekte fördern. Für eine dauerhafte Finanzierung müsste allerdings das Grundgesetz geändert werden.
    Grünen-Fraktionschefin Dröge plädierte dafür, öffentliche Gebäude wie Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kitas mit solarstrombetriebenen Klimaanlagen auszustatten. Neben solchen Anpassungsmaßnahmen an höhere Temperaturen verwies sie im Deutschlandfunk auch auf die Bedeutung eines aktiven Klimaschutzes, der Treibhausgasemissionen senke. Mit Blick auf die von der Regierung geplanten Änderungen am Heizungsgesetz, wonach der Einbau von Öl- und Gasheizungen erlaubt bleiben soll, sprach Dröge von einer Komplettabsage an die Klimaziele.
    Gestern Abend warf Fridays for Future der Bundesregierung vor, die Realität der Klimakrise nicht ernst zu nehmen. Die Umweltbewegung forderte unter anderem eine Politik, solche Extremwetter zu verhindern.
    Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation rief die europäischen Länder zu mehr Vorsorge auf. Auf der Plattform X schrieb Tedros, Wohnungen, Arbeitsplätze und Schulen seien noch nicht auf extreme Temperaturen ausgelegt.
    Diese Nachricht wurde am 29.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.