Nach Petersberger Klimadialog
Umweltminister Schneider verteidigt Klimaschutzprogramm

Bundesumweltminister Schneider hat Vorwürfe zurückgewiesen, das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung sei nicht ausreichend. Es stimme "in der Substanz nicht", dass man die Anstrengungen gedrosselt habe, sagte Schneider im Deutschlandfunk. Dies hatten Klimaexperten, Opposition und Umweltorganisationen der schwarz-roten Koalition wiederholt vorgehalten.

    Carsten Schneider in einer Porträtaufnahme vom September 2023.
    Bundesumweltminister Carsten Schneider, SPD (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
    Der Umweltminister betonte, man habe das Programm der Ampel-Koalition nachgebessert. Man sei bereits auf einem guten Weg, das Ziel zu erreichen, die Emissionen bis 2030 um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Die Regierung wolle 12 Gigawatt mehr Windkraft an Land ausschreiben, sowie acht Milliarden Euro zusätzlich in die Wiederherstellung von Naturräumen investieren, so Schneider. Man warte nun die Einschätzung des Expertenrats für Klimafragen zum nachgebesserten Klimaschutzprogramm ab, die im Mai vorliegen solle.

    Schneider lobt Rede des Kanzlers beim Klimadialog

    Der SPD-Politiker lobte die Rede, die Bundeskanzler Merz gestern auf dem Petersberger Klimadialog gehalten hat. Der Kanzler habe klar gemacht, dass Deutschland sich zu den Zielen aus dem Pariser Klimaabkommen bekenne - und es gleichzeitig eine starke deutsche Industrie brauche. Merz hatte bei seinem Auftritt zum Abschluss des Klimadialogs erklärt, Klimaschutz dürfe die industrielle Basis in Deutschland nicht gefährden. "Eine Transformation, die zu Deindustrialisierung führt, wird nicht die Zustimmung der Menschen finden."
    Der zweitägige Petersberger Klimadialog wurde diesmal stark durch die aktuelle Energiekrise geprägt. Das Treffen dient der Vorbereitung der jährlichen Weltklimakonferenz COP31, die Ende des Jahres im türkischen Antalya stattfindet. Das Gesprächsformat ist nach dem Petersberg bei Bonn benannt, tagt aber seit 2011 in Berlin. Es soll den Austausch der Verhandler fördern und Allianzen ausloten. Eingeladen waren Minister aus mehr als 40 Ländern.

    Weitere Informationen:

    Bundesregierung - Klimaschutzprogramm zieht scharfe Kritik auf sich
    Diese Nachricht wurde am 23.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.