Samstag, 10. Dezember 2022

Archiv

Unbekannte Einakter von Offenbach
Operettenspaß im Miniaturformat

Jacques Offenbach schrieb über 50 kurze, einaktige Operetten, doch die meisten davon sind unbekannt - vor allem in Deutschland. Das Orchester Kölner Akademie hat zwei Einakter jetzt erstmals in historisch informierter Interpretation aufgenommen.

Am Mikrofon: Klaus Gehrke | 25.11.2019

    28 Frauen und Männer stehen in schwarzer Festkleidung, die Männer im Frack, zwischen mächtigen Steinsäulen und blicken in die Kamera.
    Das Orchester "Kölner Akademie" ist spezialisiert auf Alte Musik. Mit Instrumenten aus der Offenbach-Zeit versucht sie auch bei seinen Werken die vergangene Ästhetik herauszuarbeiten. (Janine Kühn)
    Meist sind es die großen mehraktigen Operetten und Opern von Jacques Offenbach, die auf den Bühnenspielplänen stehen, wie "Die Schöne Helena", "Orpheus in der Unterwelt", "Die Großherzogin von Gerolstein" oder "Hoffmanns Erzählungen". Dabei hat der Komponist auch zahlreiche frech-witzige Einakter komponiert. Sie waren für sein 1855 neu eröffnetes Théâtre des Bouffes-Parisiens genau das Richtige. In diesem Jahr entstand auch die Komödie "Trafalgar sur un volcan" über zwei Soldaten, die sich mit einem Pulverfass verschanzt haben und die um eine Schauspielerin buhlen. Knapp 20 Jahre später schrieb Offenbach die Operette "Pomme d‘api", deren Titel auf deutsch "Nesthäkchen" lautet; das ist in diesem Falle ein Enkel, der unter die Haube gebracht werden soll. Mit viel Witz, Esprit und Charme haben Mágali Leger, Florian Laconi, Marc Barrard und die Kölner Akademie unter Michael Alexander Willens die beiden Einakter im Deutschlandfunk Kammermusiksaal eingespielt.
    Operetten-Einakter von Jacques Offenbach
    Pomme d‘api
    Trafalgar sur un volcan
    Magali Léger, Sopran
    Florian Laconi, Tenor
    Marc Barrard, Bariton
    Kölner Akademie
    Ltg.: Michael Alexander Willens
    Aufnahmen vom September 2018 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal