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StartseiteSternzeitVerwirrung um Asteroiden und Kometen22.12.2017

Ungewöhnlicher Doppelasteroid entdecktVerwirrung um Asteroiden und Kometen

Früher war alles besser, auch am Himmel. Da kannte man neben Sternen und Planeten noch die – oft Furcht erregenden – Kometen. Vor rund 200 Jahren wurden dann noch die Kleinplaneten oder Asteroiden entdeckt.

Von Hermann-Michael Hahn

Der im Jahr 2006 entdeckte Doppelasteroid mit der ursprünglichen Bezeichnung 2006 VW139 präsentierte sich auf Hubble-Aufnahmen mit kometenähnlichem Erscheinungsbild, was ihm die Kometen-Bezeichnung 288P einbrachte  (NASA/MPG)
Der im Jahr 2006 entdeckte Doppelasteroid mit der ursprünglichen Bezeichnung 2006 VW139 präsentierte sich auf Hubble-Aufnahmen mit kometenähnlichem Erscheinungsbild, was ihm die Kometen-Bezeichnung 288P einbrachte (NASA/MPG)
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Zwischen Kleinplaneten und Kometen gab es klare Grenzen: Kometen bewegten sich zumeist auf lang gestreckten Ellipsenbahnen durch das Sonnensystem, Asteroiden umrundeten die Sonne hauptsächlich zwischen Mars- und Jupiterbahn. Kometen entwickelten in Sonnennähe auffällige Gas- und Staubschweife, während Asteroiden in den Teleskopen vergangener Jahrhunderte sternähnliche Punkte blieben.

Doch mittlerweile kennt man nicht nur Asteroiden, die auf lang gestreckten Ellipsenbahnen um die Sonne ziehen, sondern auch rund zwanzig Objekte, die auf asteroidenähnlichen Bahnen zwischen Mars und Jupiter kreisen und gelegentlich kometengleich Gas und Staub spucken.

Unklar ist, ob es sich dabei um besondere Asteroiden mit entsprechend hohem Eisanteil handelt oder um weitgehend ausgegaste Kometen, die – wie auch immer – auf asteroidenähnliche Bahnen gelangt sind. Eines dieser Objekte – mit der kometentypischen Bezeichnung 288P – wurde nun mit dem Hubble-Weltraumteleskop genauer erkundet. Dabei fand man statt nur eines Körpers gleich zwei, die sich im Abstand von rund einhundert Kilometern umrunden.

Zumindest in diesem Fall dürfte es sich um einen eishaltigen Asteroiden handeln, der sich sehr schnell dreht. Offenbar ist er vor rund fünftausend Jahren auseinandergebrochen und verliert seither Eis aus seinem Innern.

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