Samstag, 01. Oktober 2022

UNO-Bericht
80 Nationen kämpfen im Dschihad

15.000 Männer und Frauen aus 80 Nationen kämpfen im Dschihad. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Bericht der Vereinten Nationen. Militante Extremisten kommen auch aus Deutschland. Den Schweizer Behörden ist es gelungen, einen Anschlag der Terrormiliz IS in Europa zu verhindern.

31.10.2014

    Unterstützer der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) mit Fahne.
    Die Terrormiliz IS bekommt Zulauf aus vielen Ländern. (AFP / TAUSEEF MUSTAFA)
    Islamische Terroristen im Irak und in Syrien bekommen Zulauf aus anderen Staaten. Die Vereinten Nationen (UNO) sprechen von einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Die im Irak und in Syrien kämpfenden Ausländer - die UNO spricht von 15.000 Menschen aus 80 Nationen - bildeten den Kern einer Bewegung, die sich in den nächsten Jahren zu einer großen Bedrohung in aller Welt auswachsen könne.
    Rekrutierung über soziale Netzwerke
    Die UNO begründet diese Entwicklung mit dem gestiegenen Einfluss der Terrormiliz IS. Die hat effiziente Methoden entwickelt, ausländische Kämpfer über soziale Netzwerke zu rekrutieren.
    Laut UNO reißt der Zustrom militanter Extremisten aus Deutschland und vielen weiteren europäischen Ländern in die Krisenregionen Syrien und Irak nicht ab. Pro Monat kommen etwa 1.000 ausländische Kämpfer nach Syrien. Die Luftangriffe der von der USA angeführten Allianz auf IS-Stellungen schrecken dabei nicht ab.
    IS-Anschlag in Europa verhindert
    Die Schweizer Behörden haben nach eigenen Angaben bereits vor einem halben Jahr einen möglichen Anschlag des IS in Europa vereitelt. Ende März seien drei Iraker unter dem Verdacht festgenommen worden, einen Anschlag in Europa geplant zu haben, teilten die Behörden am Freitag mit. Um Ermittlungen in der Schweiz und im Ausland nicht zu gefährden, seien die Festnahmen erst jetzt bekanntgegeben worden. Das Trio, das den IS unterstütze, sitzt seit März in Untersuchungshaft. Anklage wurde noch nicht erhoben.
    Wegen der internationalen Verflechtung des Falles arbeitet die Schweiz mit europäische Behörden und mit der US-Bundespolizei FBI zusammen. Insgesamt führt die Bundesanwaltschaft in Bern gegenwärtig rund 20 Verfahren im Bereich des radikalen Dschihadismus, darunter fünf mit Syrien-Bezug.
    (tzi/cc)