UNHCR
UNO-Flüchtlingshilfswerk spricht von schwerem humanitärem Notfall im Nahen Osten

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk stuft die eskalierende Gewalt im Nahen Osten als schweren humanitären Notfall ein. Sowohl im Libanon als auch im Iran seien in den ersten Tagen des Konflikts jeweils rund 100.000 Menschen vertrieben worden, teilte das UNHCR in Genf mit. Zehntausende geflohene Syrer seien zudem aus dem Libanon in ihr Heimatland zurückgekehrt.

    Vertriebene, die vor israelischen Luftangriffen in Beiruts südlichen als Dahija bekannten Vororten fliehen, schlafen an der Küste von Beirut.
    Vertriebene, die vor israelischen Luftangriffen in Beiruts Vororten fliehen, schlafen an der Küste von Beirut. (Hussein Malla / AP / dpa / Hussein Malla)
    Auch die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm. Die WHO befürchtet angesichts der Massenflucht und des Mangels an sauberem Wasser den Ausbruch von Krankheiten. Der Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen, Türk, äußerte sich besorgt über die umfassenden israelischen Evakuierungsaufforderungen für den Südlibanon und Vororte von Beirut. Insbesondere Zwangsumsiedlungen würfen ernste Fragen im Hinblick auf das humanitäre Völkerrecht auf.
    Der Leiter der im Libanon tätigen Hilfsorganisation Caritas International, Müller, warnte im Deutschlandfunk zudem, die Evakuierungsbefehle der israelischen Armee für die südlichen Vororte von Beirut seien nicht realisierbar. Dort lebten hunderttausende Menschen, die nicht alle anderswo Platz fänden. Daher sei eine wachsende Zahl von zivilen Opfern durch Angriffe in der Region zu befürchten.
    Diese Nachricht wurde am 06.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.