Israel
Unter "Tod den Arabern"-Rufen ziehen zehntausende Nationalisten am Jerusalem-Tag zur Klagemauer

In Israel sind zehntausende Menschen mit Nationalflaggen durch die Altstadt von Jerusalem zur Klagemauer gezogen.

    Israelis schwenken Nationalflaggen neben der Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem.
    Israelis schwenken Nationalflaggen neben der Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem. (dap / ap Photo / Ohad Zwigenberg / Ohad Zwigenber)
    Aus der Menge waren immer wieder Rufe zu hören wie "Tod den Arabern", "Mögen eure Dörfer brennen" oder "Mohammed ist tot", was sich auf den islamischen Propheten bezog. Der Demonstrationszug der zumeist nationalistischen und jüdisch-fundamentalistischen Teilnehmer führte auch durch Stadtviertel, die überwiegend von Muslimen bewohnt werden. Auch der rechtsextreme Polizeiminister Ben-Gvir nahm teil. Er schwenkte die israelische Flagge auf dem Tempelberg, was viele Palästinenser als gezielte Provokation sehen. Sicherheitskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Mehrere Teilnehmer wurden nach Polizeiangaben wegen Gewalttaten festgenommen.
    Der sogenannte Flaggenmarsch findet jährlich am Jerusalem-Tag statt. Dabei wird die israelische Eroberung Ost-Jerusalems im Sechstagekrieg von 1967 gefeiert. 

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Jerusalem-Tag: Der Aufmarsch der Rechtsextremen (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 15.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.