Venezuela
Unterschiedliche Reaktionen auf US-Einsatz

Der US-Angriff auf Venezuela und die Gefangennahme von Präsident Maduro haben international Kritik ausgelöst. UNO-Generalsekretär Guterres erklärte, der US-Militäreinsatz habe potenziell besorgniserregende Auswirkungen auf die Region und sei "ein gefährlicher Präzedenzfall". Die Reaktionen aus der EU fallen unterschiedlich aus.

    Ein Feuer auf Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen.
    Über Venezuelas größtem Militärkomplex Fuerte Tiuna in der Hauptstadt Caracas sind Explosionen zu sehen. (AFP / STR)
    Die EU-Außenbeauftragte Kallas rief zur Zurückhaltung und Achtung des Völkerrechts auf. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen erklärte, die EU stehe an der Seite der Menschen in Venezuela und unterstütze einen friedlichen, demokratischen Übergang. Frankreichs Regierung kritisierte den US-Militäreinsatz in Venezuela als völkerrechtswidrig. Keine dauerhafte politische Lösung könne von außen aufgezwungen werden. Präsident Macron schrieb allerdings auf der Plattform X, das venezolanische Volk können sich freuen, von der Diktatur Maduros befreit worden zu sein. Er wolle, dass der Oppositionspolitiker González Urrutia die Verantwortung in Venezuela übernehme. Der bevorstehende Übergang müsse friedlich, demokratisch und unter Achtung des Willens des venezolanischen Volkes erfolgen, so Macron.
    González Urrutia hatte nach den Präsidentschaftswahlen 2024 den Sieg für sich reklamiert. Maduro ließ sich trotzdem für eine dritte Amtszeit vereidigen. Daraufhin verließ González Urrutia das Land.

    Unterschiedliche Reaktionen der deutschen Parteien

    In der deutschen Politik hat der Militärschlag der USA unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hardt, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), das Ende der Herrschaft von Staatschef Maduro sei ein Signal der Hoffnung für Venezuela. Die stellvertretende Fraktionschefin der SPD im Bundestag, Möller, verurteilte dagegen den US-Einsatz. Dieser stelle einen gravierenden Bruch des Völkerrechts dar, betonte Möller im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.
    Ebenfalls auf Anfrage dieses Senders sprach Grünen-Chefin Brantner von einem Bruch des Völkerrechts, den die Bundesregierung unmissverständlich als solche benennen müsse. Linke-Chef van Aken warf US-Präsident Trump Staatsterrorismus vor.
    Der außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Frohnmaier, sagte dem Deutschlandfunk, grundsätzlich halte seine Partei am Prinzip der Nichteinmischung fest, man wolle für eine abschließende Bewertung aber die Begründung der USA für den Einsatz abwarten.
    Das Auswärtige Amt gab eine Reisewarnung für Venezuela heraus.

    Scharfe Kritik aus Russland, China und Lateinamerika

    Vertreter der venezolanischen Regierung verurteilten den Militäreinsatz der USA ebenso wie Brasilien, Kolumbien, Kuba, der Iran, Russland und China. Die Regierung in Caracas hat eine Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats beantragt.
    Der kubanische Präsident Díaz-Canel sprach mit Blick auf die Ereignisse von einem "kriminellen US-Angriff" und forderte die internationale Gemeinschaft auf, dringend darauf zu reagieren. Es handele sich um "Staatsterror gegen das mutige venezolanische Volk und gegen unser Amerika". Der kolumbianische Präsident Petro erklärte, er alarmiere die ganze Welt, dass Venezuela angegriffen wurde.
    Russland und der Iran verurteilten das Vorgehen der USA als "bewaffnete Aggression". Das chinesische Außenministerium in Peking erklärte, man sei „zutiefst erschüttert und lehnt ein solches hegemoniales Verhalten der USA entschieden ab, das in schwerwiegender Weise gegen das Völkerrecht verstößt, die Souveränität Venezuelas verletzt und den Frieden und die Sicherheit in Lateinamerika und der Karibik bedroht.“

    Oppositionelle begrüßen Entmachtung von Maduro

    Zustimmung kam dagegen vom argentinischen Präsidenten Milei und von Venezolanern im Exil. Unter anderem in Spanien, Chile, Ecuador. Kolumbien und Argentinien feierten Tausende auf den Straßen.
    Die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado rief ihre Landsleute zur Mobilisierung auf. In einer Erklärung der Friedensnobelpreisträgerin heißt es, die Stunde der Freiheit sei gekommen: Venezuela wird frei sein!" Machado schlug Edmundo Gonzalez als neuen Präsidenten des Landes vor. Sie beansprucht mit ihrer Opposition den Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2024. Der Diplomat Gonzalez war dabei Spitzenkandidat des Oppositionsbündnisses, nachdem Machado das passive Wahlrecht entzogen worden war.

    Weiterführende Informationen

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    Diese Nachricht wurde am 03.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.