Newsblog zur Lage in Venezuela
Maduro in New York eingetroffen

+++ Venezuelas Präsident Maduro ist von US-Soldaten gefangen genommen und nach New York gebracht worden, wo er vor Gericht gestellt werden soll. +++ US-Präsident Trump hat angekündigt, vorübergehend die Macht in Venezuela zu übernehmen. +++ Die Regierung in Caracas hat Anspüche der USA zurückgewiesen. +++ International wird das Vorgehen der USA als Bruch des Völkerrechts kritisiert.

    Ein Flugzeug im Schnee auf der Stewart Air National Guard Base in Newburgh,New York
    In diesem Flugzeug wurde Venezuelas Präsident Maduro in die USA gebracht. (AP / Noah K. Murray)
    Das Wichtigste im Überblick:
    • Bei einem US-Militäreinsatz ist der venezolanische Staatschef Maduro gefangen genommen und nach New York gebracht worden. Dort soll er vor Gericht gestellt werden.
    • Trump hat angekündigt, dass die USA vorerst die Macht in Venezuela übernehmen.
    • Venezuelas Regierung hat die sofortige Freilassung Maduros gefordert.
    • Neben scharfen Reaktionen aus Russland, China, Kuba und dem Iran gibt es auch in den USA, der EU und Deutschland teils sehr kritische Stimmen zu dem Einsatz.

    +++ Die chinesische Regierung hat den Militäreinsatz der Vereinigten Staaten kritisiert.

    Man sei zutiefst schockiert über die eklatante Verwendung von Gewalt durch die USA gegen einen souveränen Staat und dessen Präsidenten und verurteile dies aufs Schärfste, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua einen Sprecher des Außenministeriums in Peking. Solche hegemonialen Handlungen der USA verstießen schwerwiegend gegen das Völkerrecht und die Souveränität Venezuelas und bedrohten Frieden und Sicherheit in Lateinamerika und der Karibik, hieß es weiter.

    +++ Der neue New Yorker Bürgermeister Mamdani hat den Militäreinsatz in Venezuela als Rechtsverstoß bezeichnet.

    "Ein einseitiger Angriff auf einen souveränen Staat ist ein kriegerischer Akt und verstößt gegen Bundes- und internationales Recht", schrieb der linke Demokrat auf der Plattform X.
    Wie sich Trump die US-Verwaltung Venezuelas vorstellt und welche Fragen offen bleiben - hier ein Überblick über die wichtigsten Aussagen des US-Präsidenten zur Zukunft Venezuelas.

    +++ Der gefangen genommene Staatschef Maduro ist in New York eingetroffen.

    Er und seine Frau wurden Medienberichten zufolge am Stewart-Flughafen nördlich von New York von FBI-Agenten aus einem Flugzeug der US-Regierung eskortiert. Von dort aus wurde er mit einem Hubschrauber nach Manhattan geflogen, wo ihn zahlreiche Sicherheitskräfte erwarteten. Maduro soll zunächst in die Büros der US-Antidrogenbehörde DEA gebracht und im Anschluss in die berüchtigte Haftanstalt Metropolitan Detention Center im New Yorker Stadtteil Brooklyn eingeliefert werden.
    Zuvor hatte US-Präsident Trump ein Foto veröffentlicht, das Maduro an Bord des US-Kriegsschiffs Iwo Jima zeigte.
    Venezuelas Präsident Maduro mit Kopfhörern, Sonnenbrille und Handfesseln
    Das von US-Präsident Trump auf Truth Social veröffentlichte Bild zeigt Venezuelas Präsident Maduro an Bord des US-Kriegsschiffs Iwo Jima. (AFP / HANDOUT)

    +++ Während viele Exil-Venezolaner jubeln, gibt es auch Proteste gegem das Vorgehen der US-Regierung.

    In Washington, aber auch in Hamburg, Berlin und vielen Ländern Lateinamerikas gingen Menschen auf die Straße und warfen US-Präsident Trump vor, das Völkerrecht zu missachten.
    Menschen halten Schilder hoch mit der Aufschrift "no blood for oil" - "kein Blut für Öl".
    Vor dem Weißen Haus in Washington protestieren Demonstranten gegen den US-Militäreinsatz in Venezuela. (AP / Julia Demaree Nikhinson)

    +++ Venezuelas Ölexporte sind vollständig blockiert.

    Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters wird das Auslaufen beladener Schiffe in venezolanischen Häfen nicht mehr genehmigt. Mehrere für die USA und Asien bestimmte Tanker seien nicht ausgelaufen, während andere, die auf eine Beladung warteten, die Häfen leer verlassen hätten.

    +++ Frankreichs Präsident Macron wünscht sich, dass der Oppositionspolitiker González Urrutia die Verantwortung in Venezuela übernimmt.

    Macron schrieb auf der Plattform X, der bevorstehende Übergang müsse friedlich, demokratisch und unter Achtung des Willens des venezolanischen Volkes erfolgen. "Wir wünschen uns, dass der 2024 gewählte Präsident Edmundo González Urrutia diesen Übergang rasch sicherstellen kann." González Urrutia hatte nach den Präsidentschaftswahlen 2024 den Sieg für sich reklamiert. Maduro ließ sich trotzdem für eine dritte Amtszeit vereidigen. Daraufhin verließ González Urrutia das Land.
    Macron erklärte weiter, das venezolanische Volk könne sich freuen, von der Diktatur Maduros befreit worden zu sein. Dieser habe die Würde seines eigenen Volkes schwer verletzt. US-Präsident Trump verbreitete Macrons Stellungnahme auf seiner eigenen Plattform Truth Social weiter. 

    +++ In der venezolanischen Hauptstadt Caracas herrscht gespentische Ruhe.

    Ein Video des Senders ntn24 zeigt fast menschenleere Straßen.

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    +++ Der ukrainische Präsident Selenskyj hat den US-Angriff auf Venezuela gelobt.

    Die Festnahme des gestürzten Staatschefs Maduro sei wegweisend für den Umgang mit "Diktatoren", sagte Selenskyj ukrainischen Medien zufolge in Kiew vor Journalisten und weiter: Die Vereinigten Staaten von Amerika wüssten nun, was sie als Nächstes tun müssen. Selenskyj hat den russischen Staatschef Putin wiederholt als Diktator bezeichnet und hält ihn für keinen legitimen Präsidenten.
    Auf einer Pressekonferenz mit US-Präsident Trump in Florida hatte zuvor Außenminister Rubio erklärt, dass die Operation gegen Maduro eine Warnung auch für andere in der Welt sei, dass Amerika ernstzunehmen sei.

    +++ Der UNO-Sicherheitsrat in New York hat eine Sondersitzung angekündigt.

    Sie sei von Kolumbien beantragt worden und finde am Montag statt. Venezuela hatte in einer öffentlichen Erklärung von einer „eklatanten Verletzung der Charta der Vereinten Nationen“ gesprochen.

    +++ Die US-Demokraten sehen sich von Präsident Trump belogen.

    Senatorin Shaheen sagte, Trumps Regierung habe in Gesprächen mit Kongressabgeordneten wiederholt bestritten, einen Regimewechsel in Venezuela anzustreben. Der Abgeordnete Beyer aus Virginia erklärte, "die Regierung hat den Kongress belogen und einen illegalen Krieg für einen Regimewechsel und Öl vom Zaun gebrochen".
    Der Parlametarier Moulton aus Massachusetts sagt dem Sender CNN: "Als wir über Venezuela unterrichtet wurden, fragten wir: 'Werden Sie in das Land einmarschieren?' Uns wurde Nein gesagt. 'Planen Sie, Bodentruppen zu entsenden?' Uns wurde Nein gesagt. 'Beabsichtigen Sie einen Regimewechsel in Venezuela?' Uns wurde Nein gesagt.

    +++ Trump hat den US-Anspruch auf Vorherrschaft unterstrichen.

    "Die amerikanische Dominanz in der westlichen Hemisphäre wird niemals wieder infrage gestellt", sagte Trump. Washington habe die im 19. Jahrhundert geprägte Monroe-Doktrin vernachlässigt. Die Monroe-Doktrin geht auf Präsident James Monroe zurück, der die USA von 1817 bis 1825 regierte. Darin steht, die USA duldeten in der Neuen Welt keinen Einfluss europäischer Mächte mehr und würden den gesamten amerikanischen Doppelkontinent geopolitisch dominieren.
    Trump spricht hinter einem Rednerpult. Hinter ihm stehen Mitglieder der US-Regierung.
    US-Präsident Trump bei der Pressekonferenz nach der Festnahme Maduros (AFP / JIM WATSON)

    +++ Die venezolanische Vizepräsidentin Rodriguez hat Ansprüche der USA auf die Kontrolle Venezuelas zurückgewiesen.

    Rodriguez erklärte im staatlichen Fernsehen, Venezuela werde niemals die Kolonie einer anderen Nation sein. Maduro sei der einzige Präsident des Landes. Zuvor hatte US-Präsident Trump gesagt, sie sei als Staatschefin vereidigt worden, nachdem Maduro gefangen genommen worden war.
    Rodriguez sprach zusammen mit ihrem Bruder, dem Vorsitzenden der Nationalversammlung Jorge Rodriguez, sowie den Innen-, Außen- und Verteidigungsministern. Sie nannte die Gefangennahme Maduros eine "Entführung" und forderte die sofortige Freilassung des Präsidenten und seiner Frau. Die Menschen in Venezuela rief Rodriguez zur Ruhe und Einheit auf, um das Land zu verteidigen.

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    +++ Bundeskanzler Merz hofft auf eine Wahl und eine neue Regierung in Venezuela.

    Merz äußerte sich am Abend im Netzwerk X. Er sagte, Maduro habe sein Land "ins Verderben" geführt. Die Einordnung der rechtlichen Umstände des US-Einsatzes in Venezuela benötige Zeit. Maßstab bleibe das Völkerrecht. Ziel für Venezuela sollte nach den Worten des Kanzlers ein geordneter Übergang hin zu einer durch Wahlen legitimierten Regierung sein.

    +++ US-Präsident Trump hält die venezolanische Oppositionsführerin Machado für nicht geeignet, das Land zu führen.

    Trump sagte, die Friedensnobelpreisträgerin habe nicht "die Unterstützung oder den Respekt" für diese Aufgabe. Die venezolanische Vizepräsidentin Rodriguez habe sich jedoch zur Kooperation bereit erklärt: "Sie ist prinzipiell bereit zu tun, was wir für notwendig halten, um Venezuela wieder großartig zu machen", sagte Trump.
    Machado hatte zuvor gefordert, den Oppositionspolitiker und früheren Präsidentschaftskandidaten Gonzáles Urrutia als Staatschef einzusetzen. Gonzáles Urrutia selbst sprach von "entscheidenden Stunden" für das Land.
    Maria Corina Machado und Edmundo Gonzalez Urrutia recken ihre Hände nach oben. Machado hält ein Mikrofon in die Höhe, im Hintergrund die venezolanische Flagge.
    Maria Corina Machado und Edmundo Gonzalez Urrutia im Mai 2024. (dpa / AP / Ariana Cubillos)

    +++ An der US-Militäraktion in Venezuela waren nach Angaben der Armee 150 Flugzeuge und Hubschrauber beteiligt.

    Der Vorsitzende des Vereinigten US-Generalstabs, Caine, sagte vor der Presse in Washington, die Operation sei monatelang durch die Geheimdienste vorbereitet worden. Man habe den Tagesablauf von Maduro gekannt, was er esse, wo er sich bewege, was seine Haustiere seien. Man habe mit Geduld auf den richtigen Zeitpunkt gewartet, um das Überraschungsmoment zu nutzen und zivile Schäden so gering wie möglich zu halten. Auch das Wetter sei entscheidend gewesen.
    US-Präsident Trump habe den Angriff um 22.46 Uhr US-Ostküsten-Zeit angeordnet. Bei der Operation seien die US-Helikopter beschossen worden. Einer sei getroffen worden, aber flugtauglich geblieben. Das US-Militär habe das Feuer erwidert. Die Operation sei erfolgreich beendet worden, aber die Streitkräfte in der Region blieben in Alarmbereitschaft.

    +++ Die Situation in Venezuela ist unübersichtlich.

    Eine Producerin des britischen Senders BBC berichtet von einer angespannten Lage. In einigen Stadtvierteln sei der Strom ausgefallen. Vor Geschäften bildeten sich Schlangen. In der Innenstadt protestierten Anhänger von Maduro gegen den US-Angriff.
    Mehrere Menschen schreien und recken die Arme in die Höhe. Auf dem T-Shirt einer Frau steht: "Maduro ist das Volk".
    In der venezolanischen Hauptstadt Caracas demonstrieren Anhänger des venezolanischen Präsidenten Maduro gegen die Angriffe der USA. (Jeampier Arguinzones / dpa )
    Venezuelas Regierung hat den Ausnahmezustand verhängt. Regierungskritische Äußerungen sind verboten. Wer einen militärischen Angriff einer ausländischen Macht gutheißt, kann mit bis zu 30 Jahren Gefängnis bestraft werden. Polizisten auf Motorrädern patrouillieren in den Straßen.
    Etwa 30 Polizisten auf Motorrädern fahren nebeneinander.
    Polizeipatrouille in La Guaira in Venezuela nach dem US-Angriff (Matias Delacroix / AP / dpa / Matias Delacroix)

    +++ Venezuelas Regierung spricht von mehreren Toten.

    Bei dem US-Angriff in Venezuela kamen nach Angaben aus Caracas sowohl Soldaten als auch Zivilisten ums Leben. Venezuelas Vizepräsidentin Rodríguez sagte im Staatsfernsehen: "Wir verurteilen diesen Angriff auf unser Volk, der Beamten, Soldaten, Unschuldigen und Zivilisten das Leben gekostet hat." 

    +++ Nach dem Militäreinsatz in Venezuela hat US-Präsident Trump erklärt, die USA würden bis zu einem Übergang selbst die Kontrolle über das Land übernehmen.

    Trump sagte in einer Pressekonferenz in Florida, es gebe große US-Ölunternehmen, die in das Land wechseln könnten. Zugleich bleibe das Embargo gegen die Ausfuhr venezolanischen Öls in Kraft.

    +++ Die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado hat ihre Landsleute zur Mobilisierung aufgerufen.

    In einer Erklärung der Friedensnobelpreisträgerin heißt es, die Stunde der Freiheit sei gekommen: "Heute sind wir bereit, unser Mandat durchzusetzen und die Macht zu übernehmen. Bleiben wir wachsam, aktiv und organisiert, bis der demokratische Übergang vollzogen ist." Ein Übergang, der uns alle braucht. Venezuela wird frei sein!"

    +++ US-Präsident Trump hat die mexikanische Regierung aufgefordert, stärker gegen Drogenkartelle in ihrem Land vorzugehen.

    Trump sagte, die Operation in Venezuela sei keine Botschaft an Mexiko gewesen, aber er habe der mexikanischen Präsidentin Sheinbaum bereits vorgeschlagen, dass die USA etwas gegen die Kartelle unternehmen könnten. Nicht Sheinbaum, sondern die Kartelle seien es, die Mexiko regierten. Dagegen müsse etwas getan werden.

    +++ Die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado hat Edmundo Gonzalez als neuen Präsidenten des Landes vorgeschlagen.

    Maduro sei abgesetzt worden, weil er sich Verhandlungen verweigert habe, erklärte die jüngst mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Machado. Sie beansprucht mit ihrer Opposition den Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2024. Der Diplomat Gonzalez war dabei Spitzenkandidat des Oppositionsbündnisses, nachdem Machado das passive Wahlrecht entzogen worden war.

    +++ China hat die Absetzung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch die USA verurteilt.

    Das Außenministerium in Peking erklärte, "China ist zutiefst erschüttert und lehnt ein solches hegemoniales Verhalten der USA entschieden ab, das in schwerwiegender Weise gegen das Völkerrecht verstößt, die Souveränität Venezuelas verletzt und den Frieden und die Sicherheit in Lateinamerika und der Karibik bedroht." Die chinesische Regierung forderte die USA auf, sich an das Völkerrecht sowie die Ziele und Grundsätze der UNO-Charta zu halten.

    +++ Die französische Regierung kritisiert den US-Militäreinsatz in Venezuela als völkerrechtswidrig.

    Die Aktion, die zur Gefangennahme von Präsident Nicolas Maduro geführt habe, verstoße gegen die Grundsätze des internationalen Rechts, teilte das Außenministerium in Paris mit. Keine dauerhafte politische Lösung könne von außen aufgezwungen werden. Nur das souveräne Volk einer Nation könne über deren Zukunft bestimmen.

    +++ Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für ganz Venezuela ausgesprochen.

    Eine Sprecherin sagte, der Krisenstab der Bundesregierung sei im Auswärtigen Amt zusammengetreten. Deutsche Staatsangehörige im Land seien aufgerufen, an einem sicheren Ort zu bleiben. Die Bundesregierung betrachte die Lage "weiter mit Sorge, fortlaufend und sehr genau", heißt es.
    Eine klare Einschätzung zu der Festsetzung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch das US-Militär gibt es weiter nicht. Man stimme sich mit Partnern ab. "Wir ⁠rufen alle Beteiligten auf, nichts zu tun, was zu ‌einer Zuspitzung der Lage führen könnte und Wege zu einer politischen Beilegung zu suchen. Völkerrechtliche Normen sind einzuhalten." Die Venezolanerinnen und Venezolaner verdienten "eine friedliche und demokratische Zukunft".

    +++ An vielen Orten weltweit feiern Exil-Venezolaner die Festnahme von Präsident Maduro.

    Unter anderem in Madrid, Florida, Peru und Chile gingen Tausende Menschen auf die Straße und jubelten.
    Menschen feiern auf der Straße. Einige haben sich venezolanische Flaggen umgehängt.
    Venezolaner feiern in Madrid die Festnahme von Präsident Maduro durch die USA. (Bernat Armangue/AP)

    +++ US-Präsident Trump hat die Festnahme von Venezuelas Präsident Maduro nach eigenen Angaben in Echtzeit verfolgt.

    In einem Telefoninterview mit dem US-Fernsehsender Fox News sagte Trump, er habe den Einsatz gemeinsam mit ranghohen Militärs in einem Raum seines Anwesens Mar-a-Lago beobachtet – es sei gewesen "wie eine Fernsehsendung zu schauen". Der venezolanische Staatschef sei in einem stark bewachten, festungsartigen Gebäude gefangen genommen worden.Bei dem Militäreinsatz sei kein US-Bürger getötet worden, was "erstaunlich" sei. "Ein Paar Männer wurden getroffen, aber sie sind zurückgekommen und offenbar in ziemlich guter Verfassung." 
    Das auf Trumps Plattform Truth Social veröffentlichte Bild zeigt (von links): CIA-Direktor Ratcliffe, US-Präsident Trump und US-Außenminister Rubio, wie sie die Gefangennahme von Maduro beobachten.
    Das auf Trumps Plattform Truth Social veröffentlichte Bild zeigt (von links): CIA-Direktor Ratcliffe, US-Präsident Trump und US-Außenminister Rubio, wie sie die Gefangennahme von Maduro beobachten. (AFP / Handout)
    Trump sprach von einem sehr komplexen Manöver und lobte die beteiligten Einheiten: "Wenn Sie die Geschwindigkeit und die Gewalt gesehen hätten - es war unglaublich." Nach seinen Worten durchbrachen US-Soldaten unter anderem speziell gesicherte Stahltüren; zudem habe eine große Zahl von Flugzeugen, Hubschraubern und Kampfjets bereitgestanden.

    +++ Venezuelas Präsident Maduro und seine Frau werden nach Angaben von US-Präsident Trump nach New York gebracht.

    Trump sagte dem Sender Fox News, beide seien auf ein Schiff gebracht worden. Nach Trumps Angaben gab es bei dem US-Militäreinsatz in Venezuela auf amerikanischer Seite keine Toten, aber mehrere Verletzte.

    +++ UNO-Generalsekretär Antonio Guterres zeigt sich zutiefst beunruhigt ‌und spricht von einer Eskalation in Venezuela.

    Der US-Militäreinsatz habe potenziell besorgniserregende Auswirkungen auf die Region, heißt es in einer Erklärung: "Diese Entwicklungen stellen einen gefährlichen Präzedenzfall dar."

    +++ Der russische Außenminister Lawrow hat der venezolanischen Vizepräsidentin Rodriguez die Solidarität seines Landes zugesichert.

    Das Außenministerium in Moskau erklärte, in einem Telefonat hätten sich beide Seiten dafür ausgesprochen, eine weitere Eskalation zu verhindern und durch einen Dialog einen Ausweg aus der Situation zu finden. Berichte, wonach sich Rodriguez in Russland aufhalte, weist das Ministerium als falsch zurück.

    +++ Die Reaktionen aus Südamerika zu dem US-Angriff sind unterschiedlich.

    Der argentinische Präsident Milei begrüßte die Gefangennahme von Staatschef Maduro als einen "Sieg der Freiheit". Brasiliens Präsident Lula da Silva sprach hingegen von einem "gefährlichen Präzedenzfall" auf dem Weg zu einer Welt, "in der das Recht des Stärkeren herrsche". Die Militäraktion erinnere an die "schlimmsten Momente der Einmischung" in die Politik lateinamerikanischer Länder.

    +++ Der Deutschlandfunk berichtet um 16.30 Uhr in einer Sonderausgabe des Podcasts "Der Tag" über die Geschehnisse in Venezuela.

    Der Podcast mit einer Länge von 30 Minuten ist anschließend auch in der Deutschlandfunk-App abrufbar.

    +++ Die AfD äußert sich zurückhaltend zum US-amerikanischen Eingreifen in Venezuela.

    Der außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Markus Frohnmaier, sagte dem Dlf, grundsätzlich halte seine Partei am Prinzip der Nichteinmischung fest. Zugleich sei festzuhalten, dass die Wahlergebnisse in Venezuela international nicht anerkannt seien. Oppositionsparteien würden von Wahlen ausgeschlossen und das Land gelte als zentraler Urheber des Kokain-Schmuggels nach Europa. Für eine abschließende Bewertung wolle man die Begründung der USA abwarten.

    +++ US-Justizministerin Bondi hat angekündigt, dass Maduro in den USA vor Gericht gestellt werden soll.

    Bondi teilte mit, Maduro und seine Frau Cilia Flores müssten sich schon bald "vor amerikanischen Gerichten auf amerikanischem Boden der vollen Härte der amerikanischen Justiz stellen". Dabei geht es vor allem um den Vorwurf von Verbrechen im Zusammenhang mit Drogenhandel. Eine Anklage gegen Maduro liegt in den USA bereits seit 2020 vor. Damals wurde er unter anderem wegen Verschwörung zum Drogenterrorismus angeklagt. Dass nun auch seine Frau vor Gericht gestellt werden soll, war bislang unklar.

    +++ Auch in Deutschland gibt es weitere Kritik an dem US-Vorgehen.

    SPD-Fraktionsvize Siemtje Möller sagte dem Deutschlandfunk: Ich verurteile die militärische Operation der USA in Venezuela sowie die Gefangennahme von Präsident Maduro mit aller Deutlichkeit. Dieses Vorgehen ist inakzeptabel und stellt einen gravierenden Bruch des Völkerrechts dar. Es ist zutiefst besorgniserregend, dass die Vereinigten Staaten damit offenkundig internationale Regeln missachten."
    Grünen-Chefin Franziska Brantner sagte ebenfalls dem DLF: "Der militärische Eingriff stellt einen Bruch des Völkerrechts dar und untergräbt die internationale Ordnung. Die Bundesregierung muss dies unmissverständlich benennen. Das gilt unabhängig davon, dass Maduro selbst schwere Menschenrechtsverstöße begeht."

    +++ Nach dem Angriff der USA auf Venezuela haben mehrere US-Parlamentarier Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens geäußert.

    Der demokratische Senator von Arizona, Gallego schrieb bei X: "Dieser Krieg ist illegal. Es ist beschämend, dass wir uns vom Weltpolizisten zum Weltmobber entwickelt haben". Auch ein Parteifreund von Präsident Trump, der republikanische Senator Lee aus Utah, meldete Zweifel an: "Ich bin gespannt darauf zu erfahren, was – falls überhaupt etwas – diese Handlung verfassungsrechtlich rechtfertigen könnte, angesichts des Fehlens einer Kriegserklärung oder einer Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt."

    +++ Aus Sicht der Lateinamerika-Expertin Sabine Kurtenbach zeigt der Konflikt, dass Multilateralismus und internationale Beziehungen den reinen Machtverhältnissen geopfert würden.

    Kurtenbach sagte im Deutschlandfunk, übergeordnete Werte würden immer nur dann hochgehalten, wenn sie ins eigene Kalkül passten. Sie betonte zugleich, dass Maduro für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sei und das Ergebnis einer Wahl ignoriert habe. Das Vorgehen der USA wiederum sei nicht gedeckt vom Völkerrecht. Kurtenbach leitet derzeit auch als Interimspräsidentin das Hamburger Forschungsinstitut GIGA.
    Interview mit Sabine Kurtenbach, Leiterin German Institute for Global and Area Studies

    +++ Auch von der EU-Außenbeauftragten Kallas liegt nun ein Statement vor.

    ""Ich habe mit Außenminister Marco Rubio und unserem Botschafter in Caracas gesprochen. Die EU beobachtet die Lage in Venezuela aufmerksam. Die EU hat wiederholt erklärt, dass Herrn Maduro die Legitimität fehlt, und sich für einen friedlichen Übergang ausgesprochen. Unter allen Umständen müssen die Grundsätze des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden. Wir rufen zur Zurückhaltung auf. Die Sicherheit der EU-Bürger in diesem Land hat für uns oberste Priorität."

    +++ Die Nachrichtenagenturen schicken aktuelle Fotos aus Chile.

    Die Bilder zeigen hunderte dort lebende Venezolaner, die den Sturz von Maduro feiern.
    Jubelnde Menschen auf der Straße im chilenischen Santiago
    Menschen feiern im chilenischen Santiago die Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Maduro durch die USA. (IMAGO / Aton Chile / IMAGO / Diego Martin / Aton Chile)

    +++ Kolumbien bereitet sich nach Angaben von Präsident Petro nach dem US-Angriff auf Venezuela auf einen potenziellen "massiven Zustrom von Flüchtlingen" aus dem Nachbarland vor.

    Petro teilte mit, seine Regierung habe noch vor der Morgendämmerung ein Treffen zur nationalen Sicherheit einberufen und Sicherheitskräfte an die Grenze geschickt. Petro gilt als scharfer Kritiker von US-Präsident Trump. Er wolle, so Petro, den UNO-Sicherheitsrat auffordern, sich mit der "Aggression gegen die Souveränität Venezuelas und Lateinamerikas" zu befassen.

    +++ Der CDU-Außenpolitiker Kiesewetter hat das Vorgehen der USA als "Putsch" verurteilt.

    Er sagte der "Bild", die USA verließen mit Präsident Trump endgültig die regelbasierte Ordnung, die die Welt seit 1945 geprägt habe: "Venezuela ist zwar ein Unrechtsstaat, aber kein Iran, der Nachbarländer wie Israel in der Existenz bedroht." Washington kehre zur US-Doktrin von vor 1940 zurück - "ein Denken in Einflusszonen in denen das Recht des Stärkeren gilt und nicht internationales Völkerrecht", sagte Kiesewetter.

    +++ Inzwischen gibt es auch erste Analysen und Einschätzungen zum Geschehen in Venezuela.

    Der britische "Economist" etwa spricht von einem "extraordinary act of regime change", also in etwa von einem außergewöhnlichen Akt des Regimewechsels. Fünf Monate lang hätten die USA geduldig eine Armada in der Karibik aufgebaut - immerhin die größte Präsenz an Seestreitkräften seit der Kubakrise. Zum Einsatz selbst listet der "Economist" die verschiedenen Ziele auf, die getroffen wurden, darunter vor allem Militärbasen. Aber, so heißt es, einige der Angriffe könnten auch als Ablenkung gedient haben - um Präsident Maduro zu ergreifen.

    +++ Der US-Sender CNN hat nach eigenen Angaben Videoaufnahmen von den Explosionen in Caracas verifiziert.

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    +++ Der festgenommene venezolanische Präsident Maduro soll nach Angaben von US-Vize-Außenminister Landau für seine "Verbrechen" zur Rechenschaft gezogen werden.

    "Der Tyrann ist gestürzt", schrieb Landau auf X. Maduro war in den USA schon 2020 unter anderem wegen Drogenhandels angeklagt worden. Zudem setzte die US-Regierung eine Art Kopfgeld auf ihn aus.

    +++ Der US-Militäreinsatz gegen Venezuela soll nach Angaben eines US-Senators inzwischen beendet sein.

    Der republikanische Senator Mike Lee erklärte, dies habe ihm US-Außenminister Rubio in einem Telefonat mitgeteilt. Rubio erwarte nach der Gefangennahme Maduros "kein weiteres Vorgehen in Venezuela".

    +++ Es treffen immer mehr Reaktionen auf den US-Militäreinsatz ein. Russland etwa kritisiert den Angriff deutlich.

    Das Außenministerium teilte mit, das Vorgehen sei "zutiefst beunruhigend und verwerflich". Es gebe keine Rechtfertigung für diese "bewaffnete Aggression". "Ideologische Feindseligkeit habe über sachlichen Pragmatismus gesiegt", hieß es weiter.

    +++ Bei dem US-Angriff soll es nach venezolanischen Angaben Tote gegeben haben. Unabhängig bestätigen lassen sich diese Angaben nicht.

    Die venezolanische Vizepräsidentin Rodríguez sagte im Fernsehen: "Wir verurteilen diesen Angriff auf unser Volk, der Beamte, Soldaten, Unschuldige und Zivilisten das Leben gekostet hat."
    Ein Feuer auf Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen.
    Über Venezuelas größtem Militärkomplex Fuerte Tiuna waren eine Reihe von Explosionen in der Hauptstadt Caracas zu ehen. Die Lage blieb zunächst unklar. (AFP / STR)

    +++ Im Auswärtigen Amt wird heute der Krisenstab der Bundesregierung zusammentreten.

    Aus dem Ministerium heißt es, man beobachte die Lage ‌in Venezuela sehr aufmerksam und verfolge die aktuellen Meldungen mit größter Sorge. Das Auswärtige Amt stehe im engen Kontakt mit der deutschen Botschaft in Caracas. Die Lage sei derzeit "in Teilen noch unübersichtlich". Die Bundesregierung stimme sich eng mit den Partnern ab.

    +++ Der Iran hat die US-Angriffe auf Venezuela in aller Form verurteilt.

    Das Außenministerium teilte mit, die militärische Intervention gegen einen unabhängigen Staat und ein Mitglied der Vereinten Nationen stelle einen klaren Verstoß gegen die Prinzipien der UN-Charta sowie gegen grundlegende Regeln des Völkerrechts dar.
    Flammen und Rauch in der Dunkelheit
    Feuer auf oder in der Nähe von Venezuelas größtem Militärgelände: Die venezolanische Regierung macht die USA für den "schweren militärischen Angriff" verantwortlich. (AFP / LUIS JAIMES)

    +++ Venezuela kündigte inzwischen einen "massiven Einsatz" mit all seinen militärischen Mitteln an.

    Verteidigungsminister Padrino erklärte, das betreffe alle Land-, Luft- und Marinestreitkräfte. Zitat: "Die Truppen der Invasoren (...) haben unseren Boden entweiht". Die US-Armee habe sogar Wohngebiete angegriffen. Derzeit würden Informationen über "Verletzte und Tote" zusammengetragen.

    +++ Präsident Trump hat einen US-Angriff auf Ziele in Venezuela bestätigt.

    Trump teilte mit, dabei seien Präsident Maduro und seine Frau festgenommen und außer Landes gebracht worden. In einem Post auf seinem Netzwerk "Truth Social" teilte Trump mit, es habe sich um einen großangelegten Einsatz gehandelt. Dieser sei in Zusammenarbeit mit den US-Strafverfolgungsbehörden erfolgt. Trump kündigte für 17 Uhr deutscher Zeit eine Pressekonferenz an.

    +++ Venezuela hat nach den USA mehreren Explosionen in der Hauptstadt Caracas einen "schweren militärischen Angriff" vorgeworfen.

    In einer Mitteilung der Regierung heißt es, Staatschef Maduro habe den Notstand ausgerufen. Auch mehrere Medien berichten unter Berufung auf amerikanische Vertreter, die USA hätten Venezuela angegriffen. Nach Informationen des Senders CBS hat Präsident Trump die Aktion genehmigt.
    Das Foto zeigt Rauch am Flughafen La Carlota in Caracas.
    Venezuela - Explosionen in Caracas (AP / dpa / Matias Delacroix)

    +++ Aus der venezolanischen Hauptstadt Caracas werden Explosionen gemeldet.

    In ersten Agenturberichten ist zudem die Rede von tieffliegenden Flugzeugen und aufsteigenden Rauchwolken. Im südlichen Teil von Caracas, unweit einer großen Militärbasis, fiel laut Reuters die Stromversorgung aus.