Ansprache an die Nation
US-Präsident Biden begründet Kandidaturverzicht: "Zeit für frische und jüngere Stimmen"

US-Präsident Biden hat bei einer Rede aus dem Oval Office in Washington die Gründe für die Aufgabe seiner Präsidentschaftskandidatur dargelegt. Er verehre das Amt, aber er liebe das Land mehr, sagte der 81-Jährige in seiner Ansprache an die Nation. Nichts dürfe der Rettung der Demokratie im Wege stehen, auch nicht persönlicher Ehrgeiz.

    Joe Biden sitzt im schwarzen Anzug an seinem Schreibtisch im Oval Office und hebt den Finger seiner rechten Hand. (AP Photo/Evan Vucci, Pool)
    US-Präsident Joe Biden spricht im Oval Office des Weißen Hauses (AP / Evan Vucci)
    Biden fügte hinzu, es sei die Zeit gekommen für neue, frische und jüngere Stimmen. In den kommenden sechs Monaten wolle er sich ganz auf seine Aufgaben im Weißen Haus konzentrieren. Der Präsident nannte unter anderem den Kampf gegen die Klimakrise, den Zusammenhalt der NATO sowie Russlands Krieg gegen die Ukraine.
    Der Präsident gab seiner Ansprache einen sehr persönlichen Ton. "Es ist das Privileg meines Lebens, dieser Nation seit über 50 Jahren zu dienen", sagte er. Nirgendwo sonst auf der Welt könne ein Kind mit einem Stotter-Problem aus bescheidenen Verhältnissen zum höchsten Amt im Staat aufrücken. "Hier bin ich nun. Das ist es, was Amerika so besonders macht", betonte Biden. "Wir sind eine Nation der Verheißungen und Möglichkeiten, der Träumer und Macher - der gewöhnlichen Amerikaner, die außergewöhnliche Dinge tun."

    Zahlreiche Rückzugsforderungen

    Biden war wegen seines Alters und Zweifeln an seiner geistigen Frische in der eigenen Partei massiv unter Druck geraten und am Ende den zahlreichen Rückzugsforderungen nachgekommen. An seiner Stelle soll Vizepräsidentin Harris bei der Wahl gegen den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Trump antreten. Sie hat nach eigenen Angaben inzwischen die Unterstützung von genügend Delegierten, um auf dem Parteitag im August offiziell zur Kandidatin ihrer Partei gekürt zu werden.
    Biden lobte seine Stellvertreterin mit den Worten: "Sie hat Erfahrung. Sie ist zäh. Sie ist fähig." Er bezeichnete die 59-Jährige als "unglaubliche Partnerin für mich" und als eine Führungspersönlichkeit für das Land. Nun liege die Wahl bei den Menschen in den USA.

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    Diese Nachricht wurde am 25.07.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.