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StartseiteThemaDiese US-Demokraten könnten Donald Trump herausfordern 15.10.2019

US-Präsidentschaftswahl 2020Diese US-Demokraten könnten Donald Trump herausfordern

Wer soll im November 2020 gegen Donald Trump antreten? Noch ist das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten offen. Das Bewerberfeld ist divers - und weiblich wie nie zuvor. Nun wurden die Karten unerwartet neu gemischt. Hier die aussichtsreichsten Kandidaten.

Fernsehdiskussion zwischen demokratischen Präsidentschaftsbewerbern. Links steht New Yorks Oberbürgermeister de Blasio, die zweite von rechts ist Elisabeth Warren (AFP)
Sechs demokratische Präsidentschaftsbewerbern im Fernsehwahlkampf (AFP)
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Die nächsten US-Präsidentschaftswahlen finden turnusgemäß am 3. November 2020 statt. Vorgeschaltet sind die Primaries, die Vorwahlen der beiden großen Parteien zur Bestimmung der Präsidentschaftskandidaten. Doch schien bei den Republikanern bereits im September 2019 die Kandidatur von Amtsinhaber Donald Trump derart klar, dass die Republikaner in verschiedenen Bundesstaaten ihre Primaries absagten und die Partei womöglich ganz auf Vorwahlen verzichtet. Mal vorausgesetzt, ihr funkt nicht - ein wahrscheinlicher gewordenes - Amtsenthebungsverfahren dazwischen.

Unübersichtlicher ist die Lage bei den oppositionellen Demokraten. Wer für sie an den Start geht, entscheidet die Partei in Vorwahlen, die Anfang Februar 2020 im Bundesstaat Iowa beginnen und sich bis in den Juni ziehen. 

Demokraten im US-Wahlkampf - Endlich den echten Gegner ausgemacht 
Statt sich weiter untereinander zu prügeln, hätten die demokratischen Präsidentschaftsbewerber endlich verstanden, wer ihr eigentlicher Gegner sei, meint Martina Buttler: Präsident Donald Trump und seine Politik.

Zeitweise hatten mehr als 20 Politikerinnen und Politiker der Demokraten Interesse an einer Kandidatur bekundet. Das Bewerberfeld war so weit, divers und weiblich wie nie zuvor in der Geschichte der Partei. Inzwischen haben sich die Reihen etwas gelichtet.

Zum zentralen Forum des Vorwahlkampfs der Demokraten wurden Fernsehdebatten: entscheidende Gelegenheit, sich vor einem nationalen Publikum unter Beweis zu stellen. Nach den ersten beiden Debatten stiegen mehrere Kandidaten aus, da sie ihre Chancenlosigkeit erkennen mussten.

Die fünte TV-Debatte findet 20. November 2019 statt.

Diese Demokraten haben die größten Chancen auf eine Präsidentschaftskandidatur:

Joe Biden

Biden spricht in Pittsburgh  (AP) (AP)

Lange Zeit standen alle Zeichen auf Barack Obamas Vizepräsidenten. Der 76-Jährige führte in den Umfragen unangefochten. Obwohl eine Reihe von verbalen Fehltritten und Patzern bei den TV-Debatten manche Beobachter fragen ließ, ob der Senator zu alt und nicht ausreichend robust für Bewerbung und Amt sei.

Allerdings lassen jüngst die Ukraine-Affäre um Donald Trump und Bidens Sohn Hunter seinen Vorsprung schmelzen und Konkurrentin Elizabeth Warren aufholen.

Elizabeth Warren

21. August 2019: Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren bei einer Veranstaltung in Los Angeles (picture alliance / ZUMA Press / Scott Mitchell) (picture alliance / ZUMA Press / Scott Mitchell)

Die Senatorin aus Massachusetts warf im Januar 2019 als erste prominente Politikerin der Demokraten ihren Hut in den Ring. Sie ist ein Aushängeschild des linken Flügels und besonders scharfe Kritikerin Trumps. Nun macht sie die Berater Joe Bidens zunehmend nervös. Ende September 2019 überholte sie Biden erstmals in Umfragen.

Die US-Senatroin Elizabeth Warren mit US-Vizepräsident Joe Biden in Washington  (Getty Images/Chip Somodevilla) (Getty Images/Chip Somodevilla)Politikwissenschaftler: "Elizabeth Warren hat bessere Chancen als Joe Biden" Die US-Demokraten seien dabei, sich in eine neue sozialliberale Richtung auszurichten, glaubt USA-Experte Michael Werz. Das breite Kandidatenfeld spiegele die intensive Auseinandersetzung mit zentralen Themen. Insbesondere die Senatorin Elizabeth Warren habe hier sehr konkrete Positionen.

Bernie Sanders

Der US-Politiker und ehemalige Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders spricht am 31.05.2017 in Berlin im Ullstein-Verlag mit einem Journalisten der Deutschen Presse-Agentur dpa. Foto: Kay Nietfeld/dpa | Verwendung weltweit (dpa/Kay Nietfeld) (dpa/Kay Nietfeld)

Er rivalisiert mit Warren um die Gunst des progressiven Lagers. Der selbsterklärte demokratische Sozialist hat es schon einmal versucht: im Vorwahlkampf der Demokraten 2016 sorgte Sanders für Furore, unterlag dann aber Hilary Clinton. Nun will es der 78-Jährige noch einmal wissen. Er hält sich in den Umfragen seit Langem wacker auf Platz drei hinter Biden und Warren - und sammelte unerwartet viel Wahlkampfspenden: 61,5 Millionen in den acht Monaten nach Bekanntgabe seiner Kandidatur.

Von einem Herzinfarkt am 5. Oktober erholte sich Sanders offenbar schnell. Nach wenigen Tagen im Krankenhaus ging es ihm nach eigenem Bekunden "großartig" und er führte seinen Wahlkampf fort.

Religion in den USA: Demokraten ohne Gott
2020 wählen die USA einen neuen Präsidenten. Bei den Demokraten bringen sich die Bewerber bereits in Stellung, doch viele von ihnen verzichten auf die übliche religiöse Rhetorik. Ist die Zeit reif für einen Atheisten im Amt des US-Präsidenten – oder ist der säkulare Ton Teil einer Strategie?

Kamala Harris

Senatorin Kamala Harris, Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, während der ersten TV-Debatte der Kandidaten in Miami (Cliff Hawkins /AFP / GETTY IMAGES NORTH AMERICA) (Cliff Hawkins /AFP / GETTY IMAGES NORTH AMERICA)

Die linke Juristin vertritt Kalifornien im Senat und punktete während der zweiten TV-Debatte in einem herben Schlagabtausch mit Joe Biden, als sie ihn mit dessen ambivalenten Positionen zur Rassentrennung konfrontierte. Biden hatte Harris zuvor mit den Worten begrüßt " Sei nicht zu hart zu mir, Kind."

Cory Booker

Präsidentschafts-Bewerber Cory Booker bei einer Konferenz der National Urban League . Der 50-Jährige war bereits Bürgermeister von Newark, bevor er 2013 für New Jersey in den Senat ging. ((AP Photo/Darron Cummings)) ((AP Photo/Darron Cummings))

Der 50-Jährige war bereits Bürgermeister von Newark, bevor er 2013 für New Jersey in den Senat ging. In seinem Bewerbungsvideo erklärte Booker, er glaube an ein Amerika, in dem niemand zurückgelassen werde. Und verwies dabei auf seine eigene Biografie: Er sei der einzige Senator, der in einer einkommensschwachen Gemeinde zuhause sei.

Amy Klobuchar

Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Amy Klobuchar verlässt lachend eine Veranstaltung in Texas   (Getty Images / North America / Justin Sullivan) (Getty Images / North America / Justin Sullivan)

59, Senatorin aus Minnesota. Sie gibt sich als Versöhnerin, die das tief gespaltene Land vereinen will und zielt damit vor allem auf die "Swing States" in der Landesmitte. So richtig zünden wollte ihr Wahlkampf allerdings bisher nicht.

Pete Buttigieg

Der Bewerber für die US-Demokraten, Pete Buttigieg, steht hinter einem Rednerpult bei einer Wahlveranstaltung. (imago images / ZUMA Press) (imago images / ZUMA Press)

Der Veteran des Afghanistankrieges, Oxford-Absolvent und Bürgermeister aus Indiana war zum Zeitpunkt seiner Bewerbung national weitgehend unbekannt. Für Gesprächsstoff sorgte der 37-Jährige zunächst mit der fraglichen Aussprache seine Namens (ungefähr Bu-ti-dschidsch.) Würde er die Wahl 2020 gewinnen, wäre er der jüngste und der erste offen homosexuelle Präsident der US-Geschichte.

Julián Castro

Ex-Wohnungsbauminister Julian Castro bei der dritten TV-Debatte  der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin der Texas Southern University in Houston.   ( (AFP/ Frederic J. BROWN )) ( (AFP/ Frederic J. BROWN ))

Julián Castro, 44, war unter Barack Obama Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung. Er verkündete seine Kandidatur bei einem Auftritt in seiner Heimatstadt San Antonio in Texas. Im Falle eines Wahlsiegs wolle er als erste Amtshandlung den Wiedereintritt der USA in das Pariser Klimaabkommen einleiten.

Andrew Yang

TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber in Houston: Andrew Yang bei seinem Abschluss-Statement ((AP/David J. Phillip)) ((AP/David J. Phillip))

Der Geschäftsmann taiwanischer Herkunft ist Neuling in der Politik. Die zentrale Forderung des 44-Jährigen beschert ihm eine gewisse Aufmerksamkeit: ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger von 1.000 Dollar monatlich.

Tulsi Gabbard

Die Bewerberin um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten, Tulsi Gabbard, Kongressabgeordnete aus Hawaii, bei einer Wahlkampveranstaltung der emokraten in South Carolina. Sean Rayford/Getty Images/AFP (Getty/AFP/ Sean Rayford) (Getty/AFP/ Sean Rayford)

Die Irakkrieg-Veteranin sitzt für Hawaii im Repräsentantenhaus. Sie hatte ursprünglich die Kandidatur von Bernie Sanders unterstützt, bis sie im Februar 2019 ihre eigene Bewerbung erklärte. Als zentrales politisches Anliegen nennt die 38-jährige Hinduistin eine Strafrechtsreform und Klimafragen. Für ihre frühere Haltung gegen LGBT-Rechte bat sie zwischenzeitlich um Entschuldigung. Einen Dämpfer erlitt Gabbards Kampagne, als sie an der Zulassung zur dritten Fernsehdebatte scheiterte. Gabbard drohte mit Boykott der vierten Debatte und verband dies mit Kritik an der demokratischen Parteispitze.

Tom Steyer

Tom Steyer, einer der Kandidaten der US-Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2020 (picture alliance / ZUMA Wire / Richard Ellis) (picture alliance / ZUMA Wire / Richard Ellis)

Der kalifornische Philanthrop und ehemalige Hedgefonds-Manager stieg erst im Sommer 2019 ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ein. Seit 2017 wirbt der Milliardär mit Werbespots und Reden für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump. Zudem hat der 62-Jährige eine Organisation gegründet, die sich für mehr Klimaschutz engagiert. 

Ausgestiegen:

Beto O'Rourke

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Beto O'Rourke bei einem Wahlkampf-uftritt in Houston Democratic presidential hopeful Former Texas Representative Beto O'Rourke speaks during the third Democratic primary debate of the 2020 presidential campaign season hosted by ABC News in partnership with Univision at Texas Southern University in Houston, Texas on September 12, 2019. (Photo by Robyn Beck / AFP) ((AFP/ Robyn Beck))Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Beto O'Rourke bei einem Wahlkampfauftritt in Houston ((AFP/ Robyn Beck))

Er galt 2018 als Hoffnungsträger Demokraten und wurde als "Südstaaten-Kennedy" gefeiert. Der ehemalige texanische Kongressabgeordnete hatte sich als entschiedener Gegner der Einwanderungspolitik Trumps profiliert. 

Update 01.11.2019: Nachdem sowohl seine Umfragewerte als auch Spendeneinkünfte massiv abgesackt waren, hat O'Rourke seine Bewerbung "widerwillig" zurückgezogen, damit sich seine Partei leichter auf einen Kandidaten verständigen könne.

Der Nachzügler:

Michael Bloomberg

CORRECTS HIS TITLE - Former New York City Mayor Michael Bloomberg speaks at a news conference at a gun control advocacy event, Tuesday, Feb. 26, 2019, in Las Vegas. Bloomberg on Tuesday applauded the recent passage of gun background check law in Nevada, but said he has yet to decide on a 2020 presidential bid. (AP P(john Loc) | ((John Locher/AP)) ((John Locher/AP))

Update 11.11.2019: Extrem spät hat sich der Medienunternehmer und frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg in Stellung für das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gebracht. Der Milliardär, der als einer der reichsten Männer der Welt gilt, hatte noch im März eine Bewerbung ausgeschlossen. Nun ließ der 77-Jährige in letzter Minute die Unterlagen für eine Teilnahme an den Vorwahlen im Bundesstaat Alabama einreichen. Seine mögliche Konkurrenz reagierte prompt: Elizabeth Warren sagte in einem TV-Interview , "in der Demokratie gehe es nicht darum, dass Leute reinkommen und Wahlen kaufen". Noch expliziter rief Bernie Sanders: "Heute Abend sagen wir zu Michael Bloomberg und anderen Milliardären: Sorry, ihr werdet diese Wahl nicht kaufen".

Gewohnt mokant reagierte unterdessen Donald Trump auf einen möglichen Konkurrenten Michael Bloomberg: Dessen Kandidatur werde nur Joe Biden schaden. "Der kleine Michael wird versagen", so Trump. Tatsächlich gehen auch Beobachter davon aus, dass mit dem ebenfalls gemäßigten Bloomberg eine Kandidatur Bidens unwahrscheinlicher würde.

CORRECTS HIS TITLE - Former New York City Mayor Michael Bloomberg speaks at a news conference at a gun control advocacy event, Tuesday, Feb. 26, 2019, in Las Vegas. Bloomberg on Tuesday applauded the recent passage of gun background check law in Nevada, but said he has yet to decide on a 2020 presidential bid. (AP P(john Loc) | ((John Locher/AP)) ((John Locher/AP))Demokraten: Bloombergs angekündigte Kandidatur schwächt Biden
Multimilliardär und ehemaliger Bürgermeister von New York, hat angekündigt, sich als demokratischer Kandidat für die Präsidentschaftswahlen zu bewerben. Sein erklärtes Ziel: Donald Trump aus dem Amt zu jagen. Viele Demokraten reagieren jedoch mit Skepsis.

Auf der Werbetafel prangt ein Bild von Trump. Über das Gesicht ist das Wort "Impeach!" geschrieben. Links daneben steht: "Unterschreibe die Petition" (AFP/TIMOTHY A. CLARY) (AFP/TIMOTHY A. CLARY)Demokratie in Amerika - Erosion oder Neubeginn?In einem Jahr steht in den USA die nächste Präsidentschaftswahl an, die für den Kurs der amerikanischen Gesellschaft entscheidend sein wird: Kommt es zur Regeneration der Demokratie oder zur Vollendung der Autokratie?

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