Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
US-Senat unterstützt mehrheitlich Irankrieg

+++ US-Senat unterstützt Militäreinsatz im Iran +++ Bundesverteidigungsminister Pistorius hat eine Beteiligung der Bundeswehr am Iran-Krieg ausgeschlossen. +++ Die USA haben ein iranisches Kriegsschiff vor der Küste Sri Lankas versenkt. +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog.

    Das Kapitol in Washington
    Das Kapitol in Washington (picture alliance / AP Images / J. Scott Applewhite)

    Donnerstag, 5. März

    +++ Der US-Senat unterstützt mehrheitlich den von Präsident Trump angeordneten Militäreinsatz gegen den Iran.

    Die Senatoren stimmten 52 zu 47 gegen eine parteiübergreifende Resolution. Sie zielte darauf ab, den Luftkrieg zu beenden. Zudem sollten alle Feindseligkeiten gegen den Iran vom Kongress genehmigt werden. Die Republikaner haben in der Parlamentskammer eine knappe Mehrheit vor den Demokraten. Das Ergebnis verlief weitgehend entlang der Parteigrenzen. Das Repräsentantenhaus stimmt einen Tag später über die Resolution ab.

    +++ Bundesverteidigungsminister Pistorius lehnt einen Einsatz der Bundeswehr im Iran-Krieg ab.

    Deutschland sei nicht Kriegspartei, sagte Pistorius in einer Aktuellen Stunde des Bundestags. Die Bundeswehr werde sich an diesem Krieg nicht beteiligen. Oberste Priorität für die Bundesregierung habe der Schutz der deutschen Bürger sowie Soldatinnen und Soldaten in der Region.
    +++ Kurdische Gruppen im Nordirak bereiten sich offenbar auf einen Militäreinsatz im Iran vor.
    Das berichtet die Nachrichtenagentur ap. Ein Vertreter der Kurdistan Freedom Party sagte demnach, dass ein Teil der Streitkräfte in Gebiete nahe der iranischen Grenze in der Provinz Sulaymaniyah verlegt worden sei und sich dort in Bereitschaft befinde. Den Angaben zufolge soll es sich bei den Kämpfern auch um dem Iran nahestehende Dissidenten handeln. Das Weiße Haus in Washington wies Berichte über eine geplante Bewaffnung kurdischer Gruppen durch die US-Regierung zurück. Die Behauptung, Präsident Trump habe derlei Plänen zugestimmt, sei falsch und sollte nicht verbreitet werden, sagte Regierungssprecherin Leavitt.

    +++ Die Arabische Liga hat den Iran aufgefordert, sofort alle Angriffe auf Golfstaaten einzustellen.

    Die Attacken seien ein strategischer Fehler und müssten beendet werden, erklärte der Generalsekretär der Liga, Ahmed Abul Gheit. Die Arabische Liga besteht aus 22 Mitgliedstaaten. Die Liga fördert die regionale Zusammenarbeit. Sie gilt jedoch weithin als politisch schwach.

    +++ Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben weitere militärische Ziele im Iran angegriffen.

    Das Exil-Medium Iran International verweist auf eine Erklärung der Armee, wonach es sich um eine groß angelegte Operation gegen einen Militärkomplex gehandelt habe. Darin hätten sich die Hauptquartiere mehrerer Zweige des Sicherheitsapparats befunden, die mit den Revolutionsgarden, der Basidsch-Miliz, der Quds-Einheit und der nationalen Polizei in Verbindung standen.
    Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von einer heftigen Explosion in der iranischen Hauptstadt. Iranische Staatsmedien meldeten mehrere Explosionen im Westen Teherans. Iranische Medien berichteten zudem von Explosionen in mehreren weiteren Städten, darunter Bandar Abbas am Persischen Golf und Täbris im Nordwesten. 

    +++ Irans Präsident Peseschkian lobt die Regierung in Madrid, weil sie den USA nicht erlaubt, in Spanien gelegene Luftwaffenstützpunkte für den Krieg gegen den Iran zu nutzen.

    In einer Mitteilung auf X schrieb Peseschkian, das verantwortungsvolle Verhalten Spaniens zeige, dass es im Westen noch Ethik und ein Gewissen gebe. US-Präsident Trump drohte Spanien nun mit einem vollständigen Handelsstopp.

    +++ Nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen sind in den ersten beiden Tagen des Iran-Kriegs rund 100.000 Menschen aus Teheran geflohen.

    Das geht aus einer Lagebeschreibung des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) hervor. Die Lage am Grenzübergang Islam Qala zu Afghanistan bleibe stabil, hieß es weiter.

    +++ Iranische Anlagen, in denen Atommaterial gelagert wird, sind nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA nicht beschädigt worden.

    Basierend auf den neusten verfügbaren Satellitenbildern seien keine Schäden zu sehen, teilte die UNO-Organisation im Onlinedienst X mit. Es bestehe daher "derzeit auch keine Gefahr der Freisetzung radioaktiver Strahlung".

    +++ China will im Iran-Krieg vermitteln.

    Dazu solle ein Sondergesandter in die Region geschickt werden, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums in Peking. Ein Name wurde nicht genannt. Auch zu den Ländern, in denen der Gesandte tätig werden soll, wurden zunächst keine Angaben gemacht. China ist strategischer Partner des Iran.

    +++ Die US-Botschaft in Bagdad hat die eigenen Staatsbürger aufgefordert, den Irak so schnell wie möglich zu verlassen.

    "US-Bürger im Irak werden nachdrücklich aufgefordert, das Land zu verlassen, sobald sie dazu sicher in der Lage sind", erklärte die Botschaft im Onlinedienst X. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine Ausreise gefahrlos möglich sei, sollten sie sich an einem sicheren Ort aufhalten.

    +++ Der Libanon meldet 72 Todesopfer und 83.000 Menschen auf der Flucht seit Beginn der israelischen Angriffe.

    Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden außerdem 437 Menschen verletzt. Israel hatte auf Angriffe der pro-iranischen Hisbollah reagiert.

    +++ Der Drohnenangriff auf den britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern erfolgte nach Erkenntnissen des britischen Verteidigungsministeriums nicht vom Iran aus.

    Laut der Mitteilung lieferte Großbritannien zuletzt Luftabwehrsysteme an britische und verbündete Stützpunkte in der Region. Hubschrauber mit speziellen Waffensystemen zu Abwehr von Luftbedrohungen sollen in den kommenden Tagen in Zypern eintreffen. In der Nacht zum Montag war eine Drohne iranischer Bauart auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri im Süden Zyperns eingeschlagen.

    +++ Libanons Präsident Aoun bittet die USA um Hilfe wegen der israelischen Angriffe.

    Aoun appellierte an den US-Botschafter im Libanon, Einfluss auf die Regierung in Washington zu nehmen. Diese solle Israel dazu drängen, die Angriffe auf den Libanon zu stoppen, wie aus einer Erklärung der Präsidentschaft hervorgeht über die der Sender Al-Dschasira berichtet.
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    Diese Nachricht wurde am 05.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.