Wegen Russland, China und Nordkorea
USA erwägen Aufstockung ihres Atomwaffenarsenals

Die US-Regierung will nach eigenen Angaben künftig eine stärker wettbewerbsorientierte Atomwaffenstrategie verfolgen. Ein Vertreter des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus sagte in Washington, Russland, China und Nordkorea erweiterten ihre Atomwaffenarsenale in rasantem Tempo. Ohne eine Änderung dieses Kurses müssten die Vereinigten Staaten ihre eigenen Fähigkeiten weiter anpassen.

    Ein US-Langstreckenbomber vom Typ Rockwell B-1, der auch mit Nuklearwaffen bestückt werden kann
    Ein US-Langstreckenbomber vom Typ Rockwell B-1, der auch mit Nuklearwaffen bestückt werden kann (picture alliance / abaca / ABACA)
    Russland, China und Nordkorea zeigten kaum Interesse an Rüstungskontrolle, erklärte Pranay Vaddi vom Nationalen Sicherheitsrat des Weißen Hauses. Zudem kooperierten die Länder zunehmend mit dem Iran in einer Weise, die dem Frieden und der Stabilität zuwiderlaufe, regionale Spannungen verschärfe und die USA und ihre Partner bedrohe.
    In den USA konzentriere man sich auf einen "besseren Ansatz" und versuche es mit "kreativen Lösungen", so Vaddi. Wenn sich die Entwicklung mit Blick auf die gegnerischen Arsenale aber nicht ändere, könnten die USA bald an einen Punkt gelangen, an dem eine Aufstockung des Atomwaffenarsenals erforderlich sei, warnte er. Ziel sei es, die Möglichkeiten zur Abschreckung und zur Erreichung anderer Ziele auch in Zukunft sicherzustellen.
    Am Abend sagte Russlands Präsident Putin auf dem St. Petersburger Wirtschaftsforum, Russland denke im Konflikt mit dem Westen wegen der Ukraine nicht über einen Atomschlag nach. Der Kreml-Chef hatte 2023 das letzte große Abkommen über atomare Rüstungskontrolle für ausgesetzt erklärt. Dabei handelt es sich um den "New Start"-Vertrag mit den USA. Dieser begrenzt die Atomwaffenarsenale beider Länder und regelt Inspektionen.
    Diese Nachricht wurde am 07.06.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.