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USATV-Duell zwischen Trump und Biden lief deutlich disziplinierter ab

Trump und Biden stehen an ihren Rednerpulten. (dpa / CNP / Kevin Dietsch )
Zweites und letztes TV-Duell zwischen Trump und Biden. (dpa / CNP / Kevin Dietsch )

Elf Tage vor der Wahl in den USA haben Präsident Trump und sein Herausforderer Biden das zweite und letzte TV-Duell absolviert.

Biden warb in der 90-minütigen Sendung für das Tragen von Corona-Masken und machte Trump für die hohe Zahl der Opfer verantwortlich. Wer die Schuld an so vielen Toten trage, sollte nicht Präsident der Vereinigten Staaten bleiben. Trump betonte, man müsse lernen, mit der Pandemie zu leben. Man könne die Nation nicht schließen, sonst habe man keine mehr. Es sei nicht seine Schuld, dass die Pandemie hier sei, sondern die der Chinesen, führte der Präsident aus.

Mit Blick auf die gesellschaftliche Diversität im Land führte Biden aus, es herrsche immer noch nicht völlige Gleichheit. Es sei eine Tatsache, dass es in den USA strukturellen Rassismus gebe, und Trump leiste diesem weiter Vorschub. Der Präsident entgegnete, er habe so viel für Afroamerikaner getan wie kein anderer Amtsinhaber vor ihm, abgesehen vielleicht von Abraham Lincoln. Dass es in den USA strukturellen Rassismus gebe, stimme nicht, fügte Trump hinzu. Bei der Polizeigewalt gegen Schwarze handele es sich um bedauernswerte Einzelfälle, meinte er.

Biden mit Hitler-Vergleich

Biden sorgte im weiteren Verlauf der TV-Debatte mit einem Hitler-Vergleich für Aufsehen gesorgt. Als Trump über sein gutes Verhältnis zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sprach, entgegnete Biden: "Und wir hatten ein gutes Verhältnis zu Hitler, bevor er in Europa einfiel." Trump hatte sich mehrfach mit dem nordkoreanischen Diktator getroffen, um das Land zur Aufgabe seines Atomwaffenprogramms zu bewegen. Dies ist bislang nicht gelungen.

Biden wies zudem Korruptionsvorwürfe von Trump entschieden zurück. Er habe in seinem Leben "noch nie einen Penny" von einer ausländischen Quelle oder einem anderen Land angenommen", betonte der Demokrat. Der Präsident hatte zuvor gesagt, Biden und seine Familie hätten Millionen Dollar von Russland erhalten. Außerdem sprach er Geschäfte von Bidens Sohn Hunter in China und der Ukraine an.

Trump bemühte sich um respektvolleres Auftreten

Weitere Themen des TV-Duells waren die Gesundheitsreform "Obamacare", die Klimapolitik sowie der Umgang mit China und mit einer möglichen Einmischung ausländischer Kräfte in die Präsidentschaftswahl. Genannt wurde hier insbesondere Russland.

Im Vergleich zum ersten Duell verlief die Debatte disziplinierter. Insbesondere Trump bemühte sich um ein respektvolleres Auftreten. Er sprach zumeist in ruhigem Ton. Die Vorsitzende der "Democrats Abroad" in Deutschland, Kerestan, sagte im Deutschlandfunk, beide Kandidaten hätten einen zivilisierteren Umgang miteinander gezeigt. Der Vizechef der "Republicans Overseas Deutschland", Freund, erklärte ebenfalls im Deutschlandfunk, diesmal habe der Fokus auf den Inhalten gelegen. 

Das erste Aufeinandertreffen der beiden Politiker hatte teils chaotische Züge angenommen und war gespickt gewesen mit Beleidigungen. Die Organisatoren des TV-Duells hatten daraufhin die Regeln geändert. Während einer der Diskutanten zeitlich begrenzt antworten durfte, wurde dem anderen das Mikrophon abgestellt.

Dlf-Korrespondent Thilo Kößler betonte: "Es war die letzte Chance für Trump, das Ruder mit Blick auf seine schlechten Umfrageergebnisse rumzureißen – und er hat es nicht geschafft." Trump habe zwar offenbar auf seine Berater gehört und seinen Konkurrenten nicht ständig unterbrochen, dennoch habe sich seine Argumentation oft nur auf der Ebene von Behauptungen bewegt. Biden hingegen sei in vielen Themen gut vorbereitet gewesen und habe Fakten geliefert. Das Duell sei für Trump kein "Game-Changer" gewesen, so Kößler (Audiolink).

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