
Worüber verhandeln die USA und der Iran?
Im Fokus steht das iranische Atomprogramm. Die USA haben laut Vance Hinweise, dass der Iran seit den US-Angriffen vom Juni sein Atomprogramm wieder aufbaut. Vance sagte in Washington, das Prinzip sei sehr einfach: Der Iran dürfe keine Atomwaffen haben. Trump hatte wiederholt erklärt, die Luftangriffe im Sommer hätten die Atomanlagen zerstört. Er werde nicht zulassen, dass Teheran das Programm wieder aufnehme.
Die Führung in Teheran behauptet, Atomkraft nur zivil nutzen zu wollen und zeigt sich zu Kompromissen bei der Einschränkung bereit. Dazu zählt etwa, Uran nur bis zu einem geringen Prozentsatz anzureichern, wie es bereits 2015 im Wiener Atomabkommen vereinbart worden war. Trump hatte es 2018 einseitig aufgekündigt.
Trump warf dem Iran zudem vor, Interkontinentalraketen zu entwickeln. Es sei klar, dass sich der Iran auf dem Weg dazu befinde, eines Tages Waffen entwickeln zu können, die die USA erreichen könnten.
Das Raketenprogramm sei nicht verhandelbar, hieß es zuvor aus Teheran. Der Iran betrachtet sein Arsenal als einzige wirksame militärische Abschreckung. Auch über eine Unterstützung militanter Gruppen in der Region, wie der Hisbollah im Libanon, will Teheran nicht sprechen.
Was will Irans Staatsführung erreichen?
Die iranische Regierung hatte bereits bei den letzten Verhandlungen mit den USA eine Aufhebung der harten Wirtschaftssanktionen als Ziel formuliert. Diese haben das Land vom internationalen Finanzmarkt weitgehend abgeschottet und Investoren abgeschreckt. Sie gelten als ein wichtiger Grund für die katastrophale Wirtschaftslage im Land.
Angesichts der militärischen Drohungen dürfte Irans Regierung jedoch auch das Ziel verfolgen, einen Krieg gegen das eigene Land abzuwenden. Die Staatsführung betonte zuletzt ihre Bereitschaft zu einem Abkommen, stellte zugleich aber auch eine militärische Eskalation in Aussicht.
Welche Ergebnisse und Folgen sind wahrscheinlich?
Nachdem Trump der iranischen Führung ein Ultimatum für eine Einigung bis Anfang März gestellt hat, gehen viele Beobachter von einer entscheidenden Verhandlungsrunde aus. Dabei ist offen, ob und zu welchen Konzessionen die iranische Seite bereit ist. Sollte es nicht zu einem Durchbruch kommen, wird ein Krieg gegen den Iran wahrscheinlicher. In den vergangenen Wochen hat das US-Militär eine massive Flotte mit zwei Flugzeugträgern, Dutzenden Kampfjets sowie Flugabwehr und Militärflugzeugen zur Luftbetankung in den Nahen Osten verlegt. Laut "Wall Street Journal" ist es der größte Aufmarsch von US-Luftstreitkräften in der Region seit dem Irak-Krieg 2003.
Nach außen hin demonstriert auch das iranische Verhandlungsteam Entschlossenheit und Stärke. Man werde nicht unter Druck und Einschüchterungen verhandeln, betont die Regierung in Teheran stets. Religionsführer Chamenei drohte, wenn die USA einen Krieg vom Zaun brächen, werde es dieses Mal ein regionaler Krieg sein. Das Regime sei sehr stark unter Druck, betonte Korrespondent Benjamin Weber in unserem Programm. Es sei aber nicht gewillt, einfach so aufzugeben und angesichts dieser Druckkulisse schon von vornherein Zugeständnisse zu machen.
Die Chancen für eine diplomatische Lösung seien besser als noch vor einer Woche, sagte der strategische Analyst Roland Popp von der Militärakademie an der ETH Zürich im Deutschlandfunk. Die Trump-Administration habe ihren militärischen Aufmarsch offenbar ohne eine wirkliche Strategie durchgezogen. Nun scheine man sich Gewahr zu werden, wie gefährlich ein Waffengang wäre.
Welche Rolle spielen die Vermittler?
Bei den Verhandlungen vermittelt wieder der Golfstaat Oman. Bereits zuvor übermittelte Außenminister al-Bussaidi nach iranischer Darstellung Nachrichten zwischen beiden Seiten. Offiziell, so stellt es die Seite in Teheran dar, verhandele man nicht direkt mit den USA, die seit der Revolution von 1979 als Erzfeind der Islamischen Republik gelten. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Grossi, wird ebenfalls erneut in Genf sein, wie ein IAEA-Sprecher in Wien mitteilte.
Diese Nachricht wurde am 26.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.





