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StartseiteWirtschaft am MittagWie die Digitalisierung die Autokonzerne fordert15.09.2015

Vernetzte AutosWie die Digitalisierung die Autokonzerne fordert

Ob Google oder Apple: Die großen Technologie-Konzerne werden an der Entwicklung von selbstfahrenden Autos und vernetzen Fahrzeugen großen Anteil haben. Das setzt die klassischen Autohersteller unter Druck. Ein Grund, warum die "neue Mobilität" auch auf der IAA eine wichtige Rolle spielt.

Von Stefan Wolff

Ein Autofahrer bedient am Mittwoch (01.09.2010) in Berlin den Bordcomputer seines Fahrzeugs. T-Systems und Continental entwickelten ein Multimediasystem, das Navigation, Internet und Online-Dienste zusammenführt. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
"Wir werden das Auto zukünftig zum Teil des Internets machen" - das kündigte Continental-Chef Elmar Degenhart an. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
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Chrom, Metallic-Lack und natürlich brüllende Motoren sind auf der IAA zur Nebensache geworden. Der Computer hält weiter Einzug, Vernetzung ist das Thema der Stunde und über allem steht ein Versprechen:

"Wir werden das Auto zukünftig zum Teil des Internets machen", sagt Elmar Degenhart, Vorstandschef des Autozulieferers Continental. Das Unternehmen, das vor allem für seine Reifen bekannt ist, steuert dazu Sensoren und Elektronik bei. Das Internet-Wissen kommt von Google. Mit Macht drängen die High-Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley auf den Automarkt. Google erregte schon vor einigen Jahren mit einem führerlosen Auto für Aufsehen. Doch als Konkurrent der Autoindustrie sieht sich Google nicht. Unternehmenssprecher Kay Oberbeck:

"Wir wollen definitiv kein Autobauer werden, sondern wir wollen jetzt in diesem Schritt weiter erforschen und testen, wie ein solches fahrerloses Auto auch in der Gesellschaft angenommen wird."

Bei der Technik, also der Hardware, dem eigentlichen Auto, setzt die Computer- und Internetbranche auf Kooperationen.

"Wettbewerb wird die Entwicklung beschleunigen"

Hier sieht Elmar Degenhart die Chance der alteingesessenen Zulieferer. Denn die neue Technik, so sagt der Conti-Chef, sei vor allem Vertrauenssache:

"Die Akzeptanz für diese neuen Technologien wird maßgeblich auch davon abhängen, wie wir es schaffen, den Fahrer zu informieren, was das Auto in den nächsten Sekunden tun wird. Hier gilt das Motto "no surprises, please". Sie wollen als Fahrer nicht von irgendwelchen Manövern überrascht werden."

Die etablierten Hersteller haben dennoch auf die Konkurrenz aus dem Internet reagiert. Erst vor Kurzem kauften Audi, Mercedes und BMW den Kartendienst "Here" von Nokia, obwohl ebenfalls eine Kooperation mit Google Maps besteht. Herbert Diess, Markenchef von VW sagt zur neuen Konkurrenzsituation:

"Es wird in diesen Tagen viel über neue Player gesprochen. Ich nehme diese neuen Wettbewerber sehr ernst, aber ich sage auch: willkommen. Denn ich bin überzeugt, dieser Wettbewerb wird die Entwicklung unserer Industrie beschleunigen."

Apple und Google bleiben im Hintergrund

Doch an Google wird wohl kaum ein Hersteller vorbeikommen. Schon in wenigen Jahren soll das Auto komplett vernetzt sein. Google-Sprecher Oberbeck geht davon aus:

"Dass das Fahren noch sicherer wird, dass es intuitiver wird und dass die Verbindungen mit sogenannten "Smart Cities", sprich dass die Anbindung an Infrastruktur, an Netzwerke von Städten, dahingehend besser wird, sodass tatsächlich auch das Fahren innerorts, in Städten, praktischer wird, schneller wird und letzten Endes auch Ressourcen einspart."

Mit der "New Mobility World" hat die IAA erstmals eine ganze Halle dem Thema Auto und Internet gewidmet. Ein Trend, der kaum umkehrbar scheint. Dabei suchen Besucher Stände von Apple oder Google vergebens. Die Unternehmen ziehen es vor, im Hintergrund zu bleiben.

 

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