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StartseiteSternzeitDas Phosphan und das Leben auf der Venus 03.01.2021

Verwirrender Fund auf unserem Nachbarplaneten Das Phosphan und das Leben auf der Venus

Noch für einige Wochen ist die Venus als Morgenstern zu sehen. Kurz nach sieben Uhr zeigt sich unser Nachbarplanet über dem Südosthorizont – und verblasst etwa eine dreiviertel Stunde später in der Dämmerung.

Von Dirk Lorenzen

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Die Venus ist fast die Hölle im Sonnensystem, aber womöglich gibt es dort dennoch einfache Lebensformen (NASA)
Die Venus ist fast die Hölle im Sonnensystem, aber womöglich gibt es dort dennoch einfache Lebensformen (NASA)

Womöglich gibt es auf der Venus biologische Aktivität – allerdings sind die Beobachtungen nicht ganz eindeutig. Ein internationales Team um die Astrophysikerin Jane Greaves von der Universität Cardiff hat Spuren des Gases Monophosphan in der Venusatmosphäre entdeckt.

Auf der Erde gelten Mikroben als Hauptquelle dieses Gases – allerdings sind die genauen chemischen Prozesse bei der Entstehung des Phosphans noch unverstanden. Dennoch gilt Phosphan seit einigen Jahren als möglicher Indikator für Leben. Sollten die Astronominnen und Astronomen eines Tages Phosphan in der Gashülle eines Exoplaneten finden, dann wäre dies ein klares Indiz für Leben auf diesen fernen Himmelskörpern – so glaubte man bisher.

Die Fachleute suchen u.a. mit der ALMA-Teleskopanlage in Chile nach Lebensspuren in der Venusatmosphäre (ESO / Christoph Malin)Die Fachleute suchen u.a. mit der ALMA-Teleskopanlage in Chile nach Lebensspuren in der Venusatmosphäre (ESO / Christoph Malin)

Doch der Venusfund lässt Zweifel aufkommen, schließlich ist es auf der Venus extrem heiß und die Atmosphäre voller Schwefelsäurewolken ist alles andere als lebensfreundlich. Das Phosphan kann auch durch Blitzschläge und Vulkanausbrüche entstehen. Zwar reicht dies wohl nicht aus, um die beobachtete Menge auf der Venus zu erklären – aber womöglich gibt es bisher unbekannte Prozesse, die Phosphan auch ohne Mikroben entstehen lassen.

Klar ist eines: Der Nachweis von Leben außerhalb der Erde ist extrem schwierig – das gilt bereits für die Venus und erst recht für Exoplaneten in einer Entfernung von Dutzenden von Lichtjahren.

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