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StartseiteSport am Wochenende"Ich sehe eine große Überforderung"25.05.2019

Vetterlein-Rücktritt"Ich sehe eine große Überforderung"

Uwe Vetterlein kandidiert bei der Kommunalwahl in Dresden für die AfD. Nach massiver Kritik trat er nun als Präsident des sächsischen Handball-Verbandes zurück. Der Handball reagiere geschockt, sagt Experte Erik Eggers im Dlf-Interview. Er sehe Bedarf, dass man sich in Sachen Rassismus positioniere.

Erik Eggers im Gespräch mit Bastian Rudde

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Zu sehen ist das Logo des Deutschen Handballbunds. (imago images / Hartenfelser)
Das Logo des Deutschen Handballbunds. (imago images / Hartenfelser)
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Ausschlaggebend für den Rücktritt des Präsidenten des Handball-Verbandes Sachsen war ein Brief der Leipziger Spielleitung, die aufgrund seiner Kandidatur für die AfD nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten wollte, erklärt Historiker und Handballexperte Erik Eggers. Diese Kandidatur wurde vor der Wiederwahl Vetterleins zwar bekannt, aber offenbar im Plenum nicht ausführlich diskutiert, glaubt Eggers, denn Vetterlein erhielt über 80 Prozent der Stimmen.

Mehrere Mitglieder des Präsidiums des Deutschen Handball-Bundes hätten ihm gegenüber kein Statement zur Causa Vetterlein abgeben wollen, sagt Eggers. Sie wirkten überfordert: "Keiner wollte was dazu sagen, weil alle geschockt waren." Eggers sieht am Beispiel des Handball-Verbandes eine große Überforderung des deutschen Sports.

Handball-Historiker Erik Eggers. (Marina Schweizer / Deutschlandradio)Handball-Historiker Erik Eggers. (Marina Schweizer / Deutschlandradio)

Dabei gibt es bereits Beispiele für Sportvereine, die sich gegen die AfD stellen, etwa Eintracht Frankfurt. In der DHB-Satzung ist in politischer Richtung wenig zu lesen, lediglich, dass der Verband politisch neutral sei.

Die aktuelle Debatte biete einen guten Anlass, das zu ändern, sagt Erik Eggers: "Das wäre natürlich eine Möglichkeit für den Deutschen Handball-Bund auf seinem nächsten Bundestag, der 2020 stattfindet, solche Sachen in seiner Satzung zu verankern."

"Der Handball muss genau hingucken"

Eggers sieht Bedarf für den DHB, sich in Sachen Rassismus zu positionieren. Einerseits aufgrund schlechter Aufarbeitung der NS-Vergangenheit des Verbandes, andererseits aber aufgrund der aktuellen Problematik, dass nur wenige Kinder mit Migrationshintergrund Handball spielen:

"Soziologen haben das damit begründet, dass man nach außen hin sich abschottet oder zumindest den Eindruck erweckt, dass diese Kinder nicht erwünscht seien beim Handball. Und auch deswegen muss der Handball bei solchen Diskussionen wirklich genau hingucken oder besonders sensibel sein. Weil es eben auch um die Integration und die Mitwirkung solcher Jugendlichen geht."

Vetterlein ist aktuell noch Mitglied des DHB-Präsidiums, Montag tagt das Präsidium. Vetterlein habe ihm gesagt, er wolle die Entscheidung des Vorstands akzeptieren, sagt Eggers. Vetterlein werde also wohl zurücktreten, wenn das Gremium nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten will.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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