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StartseiteWirtschaftsgesprächZoom legt kräftig zu 01.09.2020

Videokonferenz-DienstZoom legt kräftig zu

Noch Anfang des Jahres war Zoom ein eher unbekannter Videokonferenz-Dienst. Das hat sich seit der Corona-Pandemie deutlich geändert. Nun hat Zoom seinen Quartalsbericht vorgelegt - mit erwartbar guten Zahlen.

Von Günter Hetzke

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Eine Frau hat ein Smartphone der Hand, auf dem Bildschirm sind sechs Verwandte oder Freunde zu sehen, mit denen sie per Video kommuniziert. (Thibaud Vaerman)
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Für die Zeit von April bis Juni hat der Videokonferenz-Dienst Zoom Zahlen vorgelegt, die ein enormes Wachstum zeigen. Ein Beispiel: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich von rund 146 Millionen US-Dollar auf knapp 664 US-Dollar in die Höhe. Das ist ein Umsatzplus von 355 Prozent.

Womit verdient Zoom Geld?

Die Nutzung der Basisversion, die meist unter Freunden oder beim Austausch mit der Familie oder mit Arbeitskollegen genutzt wird, ist kostenlos. Für Unternehmen, aber auch für Privatleute werden zusätzliche Funktionen angeboten - und dafür gibt es ein kostenpflichtiges Abo-Modell. Derzeit hat Zoom mehr als 370.000 zahlende Kunden, allein im zweiten Quartal sind mehr als 100.000 hinzugekommen. Der sprunghafte Anstieg der Nutzerzahlen ist so groß, dass Zoom auf Server von Oracle und Amazon zurückgreifen musste.

Sind die Schwachstellen bei der Sicherheit inzwischen behoben?

Das Unternehmen behauptet, Sicherheitslücken geschlossen zu haben, allerdings scheint das nicht zu stimmen. Sicherheitsvorkehrungen sollten eigentlich verhindern, dass sich Unberechtigte in Sitzungen einwählen können. Doch vor wenigen Tagen soll es bei einer Gerichtsverhandlung in den USA erneut zum sogenannten Zoombombing gekommen sein.

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Wie steht es um die Sicherheit bei anderen Anbietern?

Laut der Datenschutzbeauftragten des Landes Berlin, Maja Smoltczyk, gibt es auch bei anderen Anbietern massive Sicherheitsprobleme - das hat ein Kurztest aller gängigen Videosysteme von Microsoft Teams über Skype, Zoom, Google Meet, GoToMeeting, Blizz oder auch Cisco WebEx ergeben. Technisch seien die Systeme ausgereift, bei den datenschutzrechtlichen Anforderungen aber nicht. So gab es beispielsweise unklare Regelungen zu den Daten-Exporten. 

Wird das die weitere Ausbreitung von Videokonferenzen hemmen?

Nein. Dazu gibt es bereits einige Untersuchungen. So hat das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation beispielsweise 500 Unternehmen zum Thema Dienstreisen befragt. Danach haben knapp 90 Prozent geantwortet, dass sie diese Reisen künftig zumindest kritischer als bisher hinterfragen werden. Vonseiten der Deutschen Bank hieß es zum Beispiel, 10 bis 20 Prozent der Reisen könnten künftig wegfallen. Die Deutsche Post sagt, dass die virtuelle Zusammenarbeit einen weiteren Schub erhalten hätte. In vier Monaten seien die Reisekosten um rund 80 Prozent gesunken. Außerdem werde nicht nur Geld und Zeit gespart, sondern auch noch das Klima geschützt. Aber: Virtuelle Konferenzen können den persönlichen Kontakt nicht vollständig ersetzen, so die Anmerkung vieler Unternehmen.

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